RFEM 5 Version 5

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5.4 Einwirkungskombinationen

Allgemeine Beschreibung

Beim Aufruf dieses Dialogregisters bzw. der Tabelle 2.4 werden die Einwirkungen automatisch gemäß den Kombinationsregeln überlagert und als so genannte „Einwirkungskombinationen“ ausgewiesen. Die Übersicht ist nach Einwirkungen geordnet. Sie entspricht der Art und Weise, wie die Einwirkungen in den Normen behandelt werden. Hier kann festgelegt werden, welche Einwirkungskombinationen letztendlich für die Generierung von Last- bzw. Ergebniskombinationen infrage kommen.

Eine Einwirkungskombination umfasst sämtliche Möglichkeiten, wie die in der Einwirkung enthaltenen Lastfälle kombiniert werden können. Sie darf daher nicht mit einer Last- oder Ergebniskombination verwechselt werden, die nur eine einzelne Variante dieser Möglichkeiten darstellt.

Bild 5.21 Dialog Lastfälle und Kombinationen bearbeiten, Register Einwirkungskombinationen
Bild 5.22 Tabelle 2.4 Einwirkungskombinationen
Einwirkungskombination Nr.

Die aus den Einwirkungen generierten Kombinationen sind fortlaufend nummeriert. Eine Einwirkungskombination umfasst sämtliche Möglichkeiten, wie die in der Einwirkung enthaltenen Lastfälle berücksichtigt werden können. Diese Möglichkeiten sind von der Einwirkungskategorie und den Kombinationsregeln abhängig.

Links unten im Abschnitt Vorhandene Einwirkungskombinationen des Dialogs Lastfälle und Kombinationen bearbeiten können die generierten Kombinationen nach Bemessungssituation oder Relevanz gefiltert werden.

Bild 5.23 Filtermöglichkeit im Dialog Lastfälle und Kombinationen bearbeiten
Einwirkungskombination Bezeichnung

RFEM vergibt automatisch Kurzbezeichnungen, die auf den Sicherheitsfaktoren und Symbolen der Einwirkungen basieren und die Kombinationsregeln ausdrücken. Diese Bezeichnungen können bei Bedarf geändert werden.

Mit der Dialog-Schaltfläche erfolgt ein Sprung in das vorherige Register. Dort ist die Kombinationsregel selektiert, mit der die aktuelle Einwirkungskombination erzeugt wurde.

Anwenden

Das Kontrollfeld steuert, ob die selektierte Einwirkungskombination zur Erzeugung von Last- bzw. Ergebniskombinationen berücksichtigt wird. Auf diese Weise lassen sich Einwirkungskombinationen von der Generierung ausklammern oder wieder aktivieren.

Sollte eine Einwirkungskombination wegen besonderer Konstellationen doppelt erzeugt werden, ist eine davon automatisch deaktiviert.

Bemessungssituation

Die Bemessungssituation der aktuellen Einwirkungskombination wird zur Kontrolle nochmals angegeben. Über die [Info]-Schaltfläche kann die Kombinationsregel der Bemessungssituation eingesehen werden. Es öffnet sich der Dialog mit Erläuterungen (siehe Bild 5.13).

Einwirkungen in Einwirkungskombination

In diesen Spalten werden die Einwirkungen mit den zugehörigen Teilsicherheits- und Kombinationsbeiwerten ausgewiesen.

Wird eine Einwirkung als Leitend in der Kombination angenommen, so ist sie im Dialog entsprechend gekennzeichnet. In diesem Fall wird sie als Einwirkung Qk,1 in Gleichung 5.1 bis Gleichung 5.7 eingesetzt (siehe Kapitel 5.3 Kombinationsregeln).

Die in Spalte Faktor angegebenen Werte basieren auf den Beiwerten, die von der gewählten Norm abhängig sind. Bei EN 1990 handelt es sich um die Teilsicherheitsbeiwerte γ, Kombinationsbeiwerte ψ, Abminderungsfaktoren ξ und ggf. Zuverlässigkeitsbeiwerte KFI einer jeden Einwirkung, die sich aus der Bemessungssituation und der Einwirkungskategorie ergeben.

Die Teilsicherheits- und Kombinationsbeiwerte können über die Schaltfläche [Bearbeiten] überprüft und – bei einer benutzerdefinierten Norm – angepasst werden. Im Dialog Beiwerte sind die Beiwerte in mehreren Registern organisiert. Das erste Register Teilsicherheitsbeiwerte ist im Bild 12.27 dargestellt. Im Register Kombinationsbeiwerte werden die Faktoren ψ und ξ verwaltet.

Bild 5.24 Dialog Beiwerte, Register Kombinationsbeiwerte

Der Dialogabschnitt Einwirkungen in Einwirkungskombination listet die in den Einwirkungen enthaltenen Lastfälle mit allen Möglichkeiten auf, wie diese Lastfälle in der Einwirkung berücksichtigt werden können. Diese Möglichkeiten sind vom Einwirkungstyp und von der definierten Wirkung (gleichzeitig oder alternativ) abhängig. Es ist vorausgesetzt, dass bei den Einwirkungstypen „Ständige Lasten“ und „Vorspannung“ alle zugeordneten Lastfälle immer zusammen verwendet werden, sofern die Beziehung nicht als „Alternativ“ definiert ist. Bei veränderlichen, außergewöhnlichen und seismischen Einwirkungen können die zugeordneten Lastfälle in allen relevanten Kombinationen überlagert werden.

Generierte Last- bzw. Ergebniskombinationen

Dieser Abschnitt bzw. diese Spalte wird im Zuge der Generierung gefüllt, die beim Verlassen des Dialogregisters bzw. der Tabelle automatisch erfolgt. Die Einträge bieten eine Kurzübersicht über die Nummern und Anzahl der generierten Last- bzw. Ergebniskombinationen.

Die Last- bzw. Ergebniskombinationen sind in den folgenden Kapiteln 5.5 und 5.6 beschrieben.

Beispiel

Im links dargestellten Beispiel werden für die Bemessungssituation GZT insgesamt 47 Lastkombinationen generiert. Bei der Einwirkungskombination EW12 (vorletzte Zeile) entstehen die vier Lastkombinationen LK40 bis LK43 mit folgendem Hintergrund:

Die erste Einwirkung E1 wurde in die Einwirkungskategorie „Ständige Lasten“ eingestuft und ist in den generierten Lastkombinationen mit dem Faktor γ = 1,35 versehen. Die enthaltenen Lastfälle 1 und 2 treten in allen Lastkombinationen gemeinsam auf.

Als zweite Einwirkung E2 liegt die Einwirkungskategorie „Schnee“ vor, die in die Lastkombinationen mit dem Faktor γ * ψ = 1,50 * 0,50 = 0,75 einfließt.

Die dritte Einwirkung E3 verdoppelt die Anzahl der generierten Lastkombinationen, da die Kategorie „Wind“ mit den beiden alternativ wirkenden Lastfällen 4 und 5 vorliegt. In den Lastkombinationen ist diese Einwirkung mit dem Faktor γ ⋅ ψ = 1,50 ⋅ 0,60 = 0,90 multipliziert.

Die vierte Einwirkung E4 ist als Einwirkungstyp „Nutzlasten - Kategorie B“ klassifiziert und ist in allen vier Lastkombinationen mit dem Faktor γ = 1,50 versehen. Hier handelt es sich um die leitende Einwirkung.

Bild 5.25 Einwirkungen in Einwirkungskombination EW12

Zusätzlich sind die beiden Imperfektionslastfälle 7 und 8 zu berücksichtigen, die mit den Richtungen der beiden Windlastfälle gekoppelt sind. Es sollen einmal Lastkombinationen mit und einmal ohne Imperfektionen erzeugt werden.

Mit diesen Vorgaben bildet RFEM folgende Lastkombinationen für die EW12:

Tabelle 5.6

LK40:

1.35LF1 + 1.35LF2 + 0.75LF3 + 0.9LF4 + 1.5LF6

LK41:

1.35LF1 + 1.35LF2 + 0.75LF3 + 0.9LF4 + 1.5LF6 + LF7

LK42:

1.35LF1 + 1.35LF2 + 0.75LF3 + 0.9LF5 + 1.5LF6

LK43:

1.35LF1 + 1.35LF2 + 0.75LF3 + 0.9LF5 + 1.5LF6 + LF8

Mit der Dialog-Schaltfläche erfolgt ein Sprung in das Register Lastkombinationen. Dort ist die erste Kombination selektiert, die aus der aktuellen Einwirkungskombination erzeugt wird.

Kommentar

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