COM-Schnittstelle in VBA | 4.2 Optimierung eines Rahmens

Fachbeitrag

In Teil 4.1 ging es um die Anbindung des Zusatzmoduls RF-/STAHL EC3 und es wurden bereits die Stäbe und die zu bemessenden Lastkombinationen definiert. In diesem Teil geht es jetzt insbesondere um die Optimierung von Querschnitten im Modul und die Übergabe an RFEM. Auf die Elemente, welche in vorangegangenen Teilen bereits erläutert wurden, wird nicht nochmal eingegangen.

Ablauf der Optimierung

Ziel soll es sein, dass nur Stäbe eines bestimmten Querschnitts in die Bemessung des EC3-Moduls übernommen werden. Für das folgende Beispiel sollen alle Stäbe mit dem Querschnitt "IPE 300" optimiert werden. Die Stabnummern werden als bekannt vorausgesetzt.

Bild 01 - System

Die Optimierung in RF-STAHL EC3 wird anhand der von RFEM zuvor berechneten Schnittgrößen durchgeführt. Das bedeutet, dass veränderte Steifigkeiten durch im Modul geänderte Querschnitte zunächst nicht berücksichtigt werden. Dies hat zunächst den Vorteil, dass die Optimierung ohne eine Neuberechnung der Struktur erfolgt und somit relativ schnell erfolgen kann. Der Nachteil ist, dass durch die veränderte Steifigkeit eine Umlagerung stattfinden kann, welche ebenfalls stark veränderte Schnittgrößen zur Folge haben kann. Der optimierte Querschnitt kann dadurch überlastet sein.

Für eine effiziente Optimierung ist es sinnvoll, immer nur wenige Querschnitte im Modul zu optimieren und anschließend die neuen Querschnitte an RFEM zu übergeben und das Ergebnis erneut im Modul zu prüfen.

Optimierung in RF-STAHL EC3 aktivieren

Damit das Modul einen Querschnitt optimiert, muss dies für den einzelnen Querschnitt aktiviert werden. Im Gegensatz zur manuellen Bedienung des Programms kann hier nicht gewählt werden, wie die Optimierung durchgeführt wird, sondern nur ob eine Optimierung durchgeführt wird. Um diese Option zu aktivieren, müssen zunächst wieder die Querschnitte nach der Bezeichnung durchsucht werden. Alternativ kann natürlich auch nach der Querschnittsnummer gesucht werden. Wenn es zu einer Übereinstimmung kommt, wird der jeweilige Querschnitt modifiziert und wieder an das Modul übergeben. Danach erfolgt der Abbruch der Schleife, da in diesem Fall nur ein Querschnitt untersucht wird.

' Optimierung für gewünschten Querschnitt einstellen
Dim iStec3_cs As STEEL_EC3.CROSS_SECTION
count = iStec3Case.moGetCrossSectionsCount
Dim crsc_ec3_idx As Long
crsc_ec3_idx = -1

For i = 0 To count - 1
 iStec3_cs = iStec3Case.moGetCrossSection(i, AT_INDEX)
 If InStr(LCase(iStec3_cs.Description), LCase(crsc_desc)) > 0 Then
  iStec3_cs.Optimization = True
  iStec3Case.moSetCrossSection i, AT_INDEX, iStec3_cs
  crsc_ec3_idx = i
  Exit For
 End If
Next i

' Berechnung durchführen
iStec3Case.moCalculate

Nachdem die Optimierung aktiviert wurde, wird danach die Berechnung des Modulfalls eingeleitet.

Querschnitt an RFEM übergeben

Die Übergabe des Querschnitts erfolgt anhand der Querschnittsnummer. Dazu wird das Interface des RFEM-Querschnitts geholt und dann die neue TextID beziehungsweise der neue Querschnittsbezeichner eingetragen. RFEM erkennt den Bezeichner und holt den entsprechenden Querschnitt aus der Bibliothek nach der Übergabe.

' Querschnitt an RFEM übergeben
' neue Querschittsbezeichnung von RF-STAHL EC3 holen
iStec3_cs = iStec3Case.moGetCrossSection(crsc_ec3_idx, AT_INDEX)

' Querschnittsinterface und -daten von RFEM holen
Dim iCrsc As RFEM5.ICrossSection
Set iCrsc = iModelData.GetCrossSection(crsc_no, AtNo)
Dim crsc As RFEM5.CrossSection
crsc = iCrsc.GetData

' Änderung des Querschnitts zu neuem Querschnitt aus RF-STAHL EC3
crsc.Description = ""
crsc.TextID = iStec3_cs.Description

' Querschnittsdaten übergeben
iModelData.PrepareModification
iCrsc.SetData crsc
iModelData.FinishModification

Zusammenfassung

Gerade für wiederkehrende Strukturen stellt die Optimierungsmöglichkeit in RF-/STAHL EC3 eine große Arbeitserleichterung dar. Wichtig ist, dass die Struktur mit den optimierten Querschnitten über eine Neuberechnung in RFEM geprüft werden muss. Ein iterativer Prozess wäre hier über die COM-Schnittstelle leicht realisierbar. Derart automatisierte Optimierungen können Arbeitsabläufe stark vereinfachen und beschleunigen.

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