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17. Mai 2024

Stabilitätsnachweis von Bauteilen mit unsymmetrischem Querschnitt

Ist mit dem allgemeinen Verfahren nach EN 1993-1-1, 6.3.4 eine Bemessung von Bauteilen mit unsymmetrischem Querschnitt in Stahlbemessung von RFEM 6 bzw. RSTAB 9 möglich?


Antwort:

Das allgemeine Verfahren ermöglicht gemäß EN 1993-1-1, 6.3.4 (1) den Knick- und Biegedrillknicknachweis für einzelne Bauteile, die in ihrer Hauptebene belastet werden, mit beliebigem einfach-symmetrischen Querschnitt, veränderlicher Bauhöhe und beliebigen Randbedingungen sowie vollständige ebene Tragwerke oder Teiltragwerke, die aus solchen Bauteilen bestehen. Ein Nachweis von Bauteilen mit unsymmetrischem Querschnitt ist mit den allgemeinen Verfahren also nicht möglich. In Stahlbemessung wird eine Unbemessbarkeit mit einer entsprechenden Fehlermeldung ausgegeben.

Der Stabilitätsnachweis darf nach EN 1993-1-1, 5.2.2 (7) a als Querschnittsnachweis geführt werden, wenn eine räumliche Berechnung nach Theorie II. Ordnung mit einem Ansatz von globalen und lokalen Imperfektionen durchgeführt wird. Um das Biegedrillknicken mit abzubilden, bedarf es einer Schnittgrößenermittlung nach geometrisch nichtlinearer Biegetorsionstheorie unter Berücksichtigung der Wölbkrafttorsion. Es sind dann nur Querschnittsnachweise erforderlich, da durch die Berechnung alle Stabilitätseffekte abgedeckt sind. Somit ist dieses Nachweisverfahren für alle Querschnitte unter jeglicher Belastung anwendbar.
Die Berücksichtigung der Querschnittsverwölbung als zusätzlichen Freiheitsgrad ist mit dem Add-On Wölbkrafttorsion möglich.


Autor

Frau von Bloh bietet im Kundensupport Hilfestellung für unsere Anwender und ist zudem für die Entwicklung des Programms RSECTION sowie für den Stahl- und Aluminiumbau zuständig.