Anzusetzende Längsbewehrung für den Querkraftnachweis

Tipps & Tricks

Der Querkraftwiderstand VRd,c ohne rechnerische Querkraftbewehrung nach beispielsweise 6.2.2, EN 1992-1-1 oder 10.3.3, DIN 1045-1 wird in Abhängigkeit des Längsbewehrungsgrades berechnet. Bei der bisherigen Berechnung von VRd,c wurde in den Modulen RF-BETON Stäbe beziehungsweise BETON immer die erforderliche Längsbewehrung aus der Biegebemessung verwendet. Dies führte zu einer Unterschätzung des Querkraftwiderstandes ohne Schubbewehrung in der Nähe von gelenkigen Endauflagern, da dort die erforderliche Biegebewehrung, im Gegensatz zur Querkrafteinwirkung, in Richtung Auflager abnimmt. Zusätzlich weicht in der Regel im Endauflagerbereich die tatsächlich eingelegte Längsbewehrung erheblich von der erforderliche Biegebewehrung ab (zum Beispiel bei ungestaffelter Balkenbewehrung).

In RF-BETON Stäbe und BETON kann der Anwender nun vorgeben, ob der Querkraftnachweis mit der erforderlichen Längsbewehrung aus der Biegebemessung oder mit der vorhandenen Längsbewehrung des Bewehrungsvorschlages aus der Modulmaske 3.1 geführt wird. Der Ansatz der vorhandenen Bewehrung wird nur an Stellen durchgeführt, an denen die Querkrafttragfähigkeit mit der erforderlichen Biegebewehrung nicht ausreichend ist. Kann mit der vorhandenen Bewehrung der Querkraftnachweis ohne Schubbewehrung geführt werden, so wird die vorhandene Bewehrungsmenge auch als statisch erforderliche Längsbewehrung ausgegeben.

Weiter steht nun die Option zur Verfügung, die erforderliche Längsbewehrung zur Vermeidung einer Querkraftbewehrung automatisch erhöhen zu lassen. Dabei wird bis zu einen maximalen Bewehrungsgrad von 0,02 die erforderliche Längsbewehrung vergrößert. Sollte sich dabei herausstellen, dass VRd,c bei dem Ansatz des maximalen Längsbewehrungsgrades immer noch kleiner als die einwirkende Querkraft VEd ist, dann ist die Längsbewehrungserhöhung hinsichtlich der Quertragfähigkeit VRd,c wirkungslos und wird nicht weiter verfolgt beziehungsweise verwendet. In diesem Fall wird VRd,c mit der erforderlichen Längsbewehrung aus der Biegebemessung bestimmt und im Anschluss die erforderliche Schubbewehrung berechnet.

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