Beim Nachweis des Gleitens wird überprüft, ob die parallel zur Fundamentsohle wirkenden horizontalen Einwirkungen durch den vorhandenen Widerstand ausreichend aufgenommen werden können.
Eine Gefahr des Gleitens besteht, wenn der Bemessungswert der horizontalen Einwirkung größer ist als der Bemessungswert des Widerstands gegen Gleiten. Nach EN 1997-1 [1] 6.5.3 muss ein Versagen durch Gleiten in der Sohlfläche nachgewiesen werden, wenn der Lastvektor nicht normal zu dieser Fläche steht.
EN 1997-1: Gleiten
Ermittlung der Einwirkungen und des Widerstands
Die maßgebende Einwirkung ist die resultierende horizontale Kraft Hd in der Fundamentsohle. Der Widerstand gegen Gleiten setzt sich aus folgenden Anteilen zusammen:
- Reibungswiderstand zwischen Fundamentsohle und Baugrund
- ggf. passiver Erddruck
Im konsolidierten Zustand wird der Bemessungswert des Scherwiderstands mit dem Bemessungswert des Sohlreibungswinkels berechnet:
Im unkonsolidierten Zustand wird die rechnerische Sohlfläche A' berechnet. Mit dem Bemessungswert der Kohäsion im undränierten Zustand cu,d wird der Bemessungswert des Scherwiderstandes bestimmt:
Optional kann der passive Erddruck berücksichtigt werden:
Nachweis
Der Nachweis des Gleitens erfolgt durch Vergleich von Einwirkung und Widerstand:
IBC 2021 / ACI 318-19 (ASD): Gleiten
Zweck des Nachweises
Der Gleitnachweis überprüft, ob die auf das Fundament wirkenden horizontalen Kräfte den verfügbaren Gleitwiderstand nicht überschreiten.
Gleitwiderstand
Der gesamte Gleitwiderstand setzt sich zusammen aus
- Reibungswiderstand an der Fundamentsohle
- passivem Erddruckwiderstand
Der Reibungsbeiwert μ, der passive Erddruckwiderstand Rpassive sowie der geforderte Sicherheitsbeiwert Φsliding,lim können in der geotechnischen Bemessungskonfiguration festgelegt werden.
Alternativ kann der passive Erddruckwiderstand automatisch nach der Erddrucktheorie von Coulomb anhand der in der Konfiguration definierten Bodenkennwerte ermittelt werden.
Sicherheitsbeiwert
Ausnutzungsgrad
Softwarekonfiguration
Folgende Parameter können in der geotechnischen Bemessungskonfiguration definiert werden:
- Reibungsbeiwert μ
- passiver Erddruckwiderstand Rpassive
- erforderlicher Sicherheitsbeiwert Φsliding,lim
Alternativ kann der passive Erddruckwiderstand automatisch nach der Erddrucktheorie von Coulomb bestimmt werden.