Ja, dies ist problemlos möglich.
Modellierung des Voutenträgers
Um einen gevouteten Träger zu erstellen, wählen Sie im Dialog Stab bearbeiten im Register Querschnitte beispielsweise die Verteilungsart Linear. Hierdurch können Sie dem Stabanfang und dem Stabende unterschiedliche Querschnitte zuweisen.
Voraussetzung: Interpolierbarkeit der Querschnitte
Damit RFEM den Verlauf zwischen den Querschnitten korrekt berechnen kann, müssen diese interpolierbar sein. Dies ist unter folgenden Bedingungen der Fall:
- Anzahl und Ort der Spannungspunkte: Die Querschnitte müssen die gleiche Anzahl an Spannungspunkten aufweisen, und deren relative Lage muss korrespondieren.
- Winkeltoleranz: Die maximale Winkeldifferenz zwischen den Querschnittsteilen darf maximal 0,1 rad (ca. 5,73°) betragen.
Empfohlene Modellierung mit RSECTION
Parametrisch erstellte Querschnitte aus RSECTION 1 sind grundsätzlich immer interpolierbar, weshalb sich folgendes Vorgehen empfiehlt:
- 1. Erstellung eines parametrischen Querschnitts in RSECTION.
- 2. Import des Querschnitts in RFEM 6.
- 3. Variante erstellen: Speichern Sie den Querschnitt mit abweichenden Parametern (z. B. größere Steghöhe für die Voute) ab.
- 4. Zuweisung: Verwenden Sie diese zwei Varianten als Anfangs- und Endquerschnitt für den gevouteten Träger.
Eine detaillierte Anleitung hierzu finden Sie auch im Webinar:
Modellierung parametrischer Querschnitte in RSECTION 1 und Nutzung in RFEM 6
Mit dieser Modellierungsvariante ist es möglich auch praxisnahe gevoutete Träger wie diesen zu modellieren:
Bemessung
Nach der Modellierung kann der gevoutete Träger mit dem Add-on Stahlbemessung nachgewiesen werden.
Stabilitätsnachweise nach Eurocode 3
Für gevoutete Bauteile stehen Ihnen gemäß EN 1993-1-1 folgende Verfahren zur Verfügung:
- Allgemeines Verfahren nach Abschnitt 6.3.4.
- Ersatzimperfektionsverfahren (unter Berücksichtigung von Theorie II. Ordnung und Wölbkrafttorsion).
Ergänzende Anschlussbemessung
Zusätzlich kann mit dem Add-on Stahlanschlüsse der Übergang vom gevouteten Riegel zur Stütze realitätsnah modelliert und statisch bemessen werden.