Für das anisotrope Schädigungsmaterial steht ab Version 6.16.0001 ein neuer Zugversteifungsansatz zur Verfügung. Er berücksichtigt die Mitwirkung des Betons zwischen den Rissen lokal, an jedem Betonintegrationspunkt, und getrennt in beiden Hauptdehnungsrichtungen. Wie stark die Zugversteifung wirkt, hängt von der Richtung, der Lage und der Dehnung der Bewehrung ab. Der Ansatz ist für die Verfahren nach Quast und nach Quast modifiziert standardmäßig aktiv und nur für Flächenelemente umgesetzt.
Die theoretischen Grundlagen und die Umsetzung sind im Handbuch beschrieben:
Funktionsweise
Für jede Bewehrungslage wird ein Aktivierungsfaktor aus ihrer verbleibenden Kapazität (Dehnung), ihrem Winkel zur Hauptzugrichtung und ihrer Lage relativ zum betrachteten Betonpunkt bestimmt. Zugversteifung wird nur dort ergänzt, wo die Bewehrung tatsächlich auf den Beton wirken kann, und nicht global für den gesamten Querschnitt.
- Quast: Die Zielkurve wird, gewichtet mit dem Aktivierungsfaktor, auf die Betonspannung aufgebracht.
- Quast modifiziert: Die Zielkurve wird, gewichtet mit dem Aktivierungsfaktor, auf die Betonspannung des Grundmaterials aufaddiert. Die Betonspannung kann dadurch nur erhöht, nie abgemindert werden. Diese Variante ist die Standardeinstellung.
Der bisherige, global wirkende Ansatz wird ersetzt und steht nicht als zusätzliche Option zur Wahl. Ergebnisse bestehender Modelle können von Berechnungen mit älteren Programmversionen abweichen. Die erwarteten Änderungen und Abweichungen sind unter FAQ 5869 | Abweichungen zu älteren Versionen bei Zugversteifung erklärt.
Für das isotrope Schädigungsmaterial wird der Ansatz in angepasster Form angewendet; die Unterschiede sind in der FAQ beschrieben.