Dachkonstruktion der Bahnsteighalle des Münchner Hauptbahnhofs, die die Gestaltung und Architektur der modernen Bahnhofsinfrastruktur zeigt.
Erfolgsgeschichten

Komplexe Sanierung des Gleishallendachs des Münchner Hauptbahnhofs mit RFEM 6

Herausforderung

Die umfassende Sanierung des weitgespannten Gleishallendachs am Münchner Hauptbahnhof stellte eine außergewöhnliche tragwerkplanerische Herausforderung dar. Im Auftrag der Deutschen Bahn AG musste die Werner & Balci GmbH eine immense, anspruchsvolle Konstruktion mit über 20.000 Stäben, 4.000 Flächen und mehr als 200 verschiedenen Stahlbauquerschnitten analysieren. Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass der Umbau bei laufendem Betrieb durchgeführt wurde.

Strukturell erforderte das Projekt die Bewertung einer komplexen Matrix aus historischen Stahlträgern, Fachwerken, Blechen und Steifen auf einer asymmetrischen Dachgeometrie mit einer Gesamtfläche von ca. 30.000 m². Erschwerend kam hinzu, dass das Ingenieurteam nachträgliche, leichte Verstärkungen in Form von 40 mm polygonal geführten Vorspannseilen (200 kN) entlang der Hauptträger planen musste, während gleichzeitig stark variierende Wind- und Schneelasten in verschiedenen Dachbereichen zu berücksichtigen waren.

Lösung

Um die schiere Größe und Komplexität des Münchner Gleishallendachs zu bewältigen, verließ sich die Werner & Balci GmbH voll und ganz auf RFEM 6 von Dlubal Software als zentrales Werkzeug für die Tragwerksplanung. RFEM 6 bietet eine leistungsstarke, einheitliche Umgebung, die in der Lage ist, ein massives globales 3D-Modell zu verarbeiten, ohne es in kleinere Teilmodelle zerlegen zu müssen. Dies ermöglichte den Ingenieuren, sowohl Stahl- als auch Betonbauteile nahtlos und gleichzeitig zu berechnen, wodurch Datenfragmentierung komplett vermieden wurde.

Mithilfe von RFEM simulierte das Ingenieurteam die polygonalen Vorspannseilstrukturen präzise und untersuchte das Plattenbeulen. Darüber hinaus war es ihnen möglich, komplexe Stahlbauanschlüsse unter Verwendung der exakten Schnittgrößen direkt aus der globalen Berechnung zu bemessen, was die gesamte Tragsicherheit garantiert.

Wichtigste Vorteile der Nutzung von RFEM 6

  • Einheitliche globale Modellierung: Die Ingenieure integrierten alle Bauteile – von den historischen Stahlfachwerken und den 40 mm starken Vorspannseilen zur Verstärkung bis hin zu den Betondachplatten und Fundamenten – in ein einziges, leistungsstarkes 3D-Modell mit über 20.000 Stäben, was einen fehlerfreien, ganzheitlichen Überblick garantierte.
  • Integrierte Anschlussbemessung: Mithilfe der Dlubal-Add-Ons für Stahlanschlüsse konnte das Team normgerechte Nachweise direkt in der Hauptberechnung durchführen. Dadurch entfiel die manuelle Neueingabe von Einwirkungen, was Übertragungsfehler minimierte.
  • Automatisierte Lastverteilung: RFEM 6 verteilte komplexe Wind- und Schneelasten sicher und effizient auf der riesigen, geometrisch variablen Dachfläche von ca. 30.000 m², indem es großflächige Flächenlasten automatisch in präzise Stablasten umwandelte.
  • Transparente Nachweise für Prüfingenieure: Mit nur einem Klick stellt RFEM 6 die lokalen Stabkräfte visuell dar und zeigt die Formeln im Stil einer prüffähigen Handauswertung an – inklusive der genauen Quellen und Absätze aus den Eurocodes. Dies beschleunigt die Freigabe durch externe Prüfingenieure erheblich.

Durchführung von Großprojekten in einem einzigen 3D-Arbeitsbereich

„Das Arbeiten mit einem Gesamtmodell in RFEM ist bei einem Projekt dieser Größenordnung ein enormer Vorteil“, erklärt Marin Shera, Tragwerksplaner bei der Werner & Balci GmbH. „Es ermöglicht mir, alle Teile des Projekts – von den Stahlträgern bis hin zu den Fundamenten – in einem einzigen Arbeitsbereich zu integrieren. Dadurch behalte ich jederzeit die volle Kontrolle über das gesamte Tragverhalten des Projekts und unser Team kann Änderungen schnell umsetzen, ohne zwischen verschiedenen Dateien oder Teilmodellen wechseln zu müssen. Bei einem Projekt dieser Größenordnung ist es essenziell, das Modell in einem Stück zu haben, um effizient arbeiten zu können.“

Unübertroffene Klarheit bei der Stabilitäts- und Spannungsanalyse

„Ein weiteres großartiges Feature ist die grafische Anzeige der Eigenformen aus der Stabilitätsanalyse, wodurch sich Schwachstellen oder Instabilitäten in komplexen Geometrien schnell erkennen lassen“, erklärt Herr Shera. „Darüber hinaus genügt bei Überlastungen ein einziger Klick, um die genauen mathematischen Formeln und deren spezifische Quellen in den Normen anzuzeigen. Die Software bietet praktisch die Transparenz einer händischen Berechnung. Dadurch können wir die genauen Faktoren für lokale Überlastungen sofort isolieren und schneller technische Lösungen finden.“

4 Gründe für die Wahl von Dlubal Software

  • Außergewöhnliche Benutzerfreundlichkeit: Entwickelt mit intuitiven Oberflächen für die 3D-Modellierung und automatisierten Lastassistenten, die Tragwerksplanern bei ihren täglichen Berechnungen echten Spaß an der Arbeit bieten.
  • Echte Multi-Material-Integration: Ein einziges, modulares Software-System, das in der Lage ist, Tragwerksanalysen für Stahl-, Beton- und Holzstrukturen usw. parallel und Hand in Hand durchzuführen.
  • Automatisierte Lastassistenten: Fortschrittliche Lastgenerierer, die komplexe räumliche Einflüsse nahtlos in präzise Lastansätze umwandeln.
  • Kompetenter, persönlicher Live-Support: Direkter Zugang zu spezialisierten Tragwerksexperten für den Stahl-, Betonbau usw. über Echtzeit-Konsultationen via TeamViewer, was Projektstillstände vermeidet.