Beschreibung
Ein Kragträger aus Stahl mit rechteckigem Querschnitt ist auf einer Seite vollständig befestigt und auf der anderen Seite frei. Das Ziel dieses Verifikationsbeispiels ist es, die Eigenfrequenzen der Konstruktion zu bestimmen. Das Problem wird durch die folgenden Parameter beschrieben.
| Material | Stahl | Elastizitätsmodul | E | 206000.000 | MPa |
| Querdehnzahl | ν | 0.300 | - | ||
| Dichte | ρ | 7800.000 | kg/m3 | ||
| Geometrie | Kragträger | Länge | L | 90.000 | mm |
| Breite | w | 10.000 | mm | ||
| Dicke | t | 5.000 | mm |
Analytische Lösung
Längsschwingungen
Die natürliche Längsschwingung eines dünnen Stabs wird durch die folgende Differentialgleichung beschrieben
|
u |
Durchbiegung in Längsrichtung |
|
c |
Ausbreitungsgeschwindigkeit von Längswellen |
Die Lösung wird in der Form u(x,t) = U(x) T(t) angenommen. Mit dieser Form kann die Differentialgleichung wie folgt umgeschrieben werden:
Dies ist die Differentialgleichung zweiter Ordnung mit der folgenden allgemeinen Lösung.
Die Konstanten C1 und C2 können aus den Randbedingungen abgeleitet werden. Die Durchbiegung auf der festen Seite und die Spannung auf der freien Seite müssen null sein. Die Wellengleichung wird anhand dieser Randbedingungen bestimmt.
Der Satz der Winkelgeschwindigkeiten kann dann natürlich bestimmt werden.
Die erste Eigenfrequenz in Längsrichtung kann berechnet werden.
Querschwingungen
Die natürliche Querschwingung eines dünnen Stabes wird durch die folgende Differentialgleichung beschrieben.
Beachten Sie, dass diese Gleichung für beide Querrichtungen gelöst werden muss. Die Lösung soll die Form v(x,t) = V(x) T(t) haben. Mit dieser Form kann die Differentialgleichung wie folgt umgeschrieben werden:
Wobei λ4 die Substitution für den folgenden Ausdruck ist.
Die Differentialgleichung vierter Ordnung hat die folgende allgemeine Lösung:
Die Konstanten C1 bis C4 lassen sich aus den Randbedingungen ableiten. Die Durchbiegung und Drehung auf der festen Seite sowie das Biegemoment M und die Querkraft T auf der freien Seite müssen null sein. Die Wellengleichung für die Querschwingungen wird anhand der Randbedingungen bestimmt.
Dies ist die transzendente Gleichung, deren Lösung numerisch ermittelt werden kann. Anschließend lassen sich die Eigenfrequenzen bestimmen.
RFEM-Einstellungen
- Modellierung in RFEM 6.11 und RFEM 5.08
- Die globale Elementgröße beträgt lFE= 0,001 m
- Die Schubsteifigkeit der Stäbe wird vernachlässigt
- Das isotrope linear-elastische Materialmodell wird verwendet
- Die Stab-Entität wird verwendet
Ergebnisse
| Eigenfrequenz | Analytische Lösung | RFEM 6 | Verhältnis | RFEM 5 - RF-DYNAM | Verhältnis |
| fx1 [Hz] | 14275.253 | 14275.072 | 1.000 | 14275.072 | 1.000 |
| fy1 [Hz] | 1024.900 | 1024.778 | 1.000 | 1024.820 | 1.000 |
| fy2 [Hz] | 6422.940 | 6418.894 | 0.999 | 6417.154 | 0.999 |
| fy3 [Hz] | 17984.417 | 17960.053 | 0.999 | 17960.779 | 0.999 |
| fz1 [Hz] | 512.450 | 512.413 | 1.000 | 512.495 | 1.000 |
| fz2 [Hz] | 3211.470 | 3210.490 | 1.000 | 3211.004 | 1.000 |
| fz3 [Hz] | 8992.208 | 8986.983 | 0.999 | 8988.420 | 1.000 |