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2. April 2026

Der Eurotunnel: 75 Meter unter dem Meer

Es war eines der ambitioniertesten Bauprojekte überhaupt: der Eurotunnel. Ein Tunnel, der unter dem Ärmelkanal hindurch Großbritannien und das europäische Festland miteinander verbindet. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1994 ist der Eurotunnel als Verbindung für den Personen- und Güterverkehr nicht mehr wegzudenken. Wir sehen uns den Eurotunnel in diesem Beitrag etwas genauer an – woher stammte die Idee? Welche Herausforderungen gab es beim Bau und welche Probleme macht der Eurotunnel heute?

Schauplatz unseres heutigen Beitrags über den Eurotunnel ist der Ärmelkanal. An der engsten Stelle nur etwa 34 km breit und dennoch trennte er stets Großbritannien vom Festland. Eine schützende Barriere und zugleich die schnellste Handelsroute – und das schon seit dem Mittelalter: Wolle aus England gegen Wein aus Frankreich, später kamen erste Industrieprodukte dazu.

Die Häfen auf beiden Seiten, in Dover und Calais, wurden über Jahrhunderte hinweg zu den wichtigsten Handelszentren der Regionen. Doch der Ärmelkanal war nicht nur Dreh- und Angelpunkt für den Handel, sondern diente auch militärischen Zwecken. Die Meerenge spielte eine tragende Rolle bei den Invasionsplänen von Napoleon Bonaparte im frühen 19. Jahrhundert. Und auch über 100 Jahre später, im Zweiten Weltkrieg, war der Ärmelkanal Teil der Luftschlacht-Strategie um England.

Wie der Ärmelkanal Großbritannien schützte, so schirmte er es auch ab. Denn die Überquerung des Kanals war äußerst schwierig. Mit einem Segelschiff dauerte es mehrere Stunden bis hin zu einem Tag, Dampfschiffe brauchten später noch zwei bis drei Stunden. Das unbeständige Seewetter und vor allem der Wind konnten hier immer wieder für starke Verzögerungen sorgen.

Kein Wunder also, dass Händler, Reisende und natürlich auch Baumeister schon früh von einer festen Verbindung träumten. Eine Straße, die über den Ärmelkanal führt? Nein, zu weit, zu unsicher. Dann vielleicht ein Tunnel, direkt hindurch? Oder besser darunter entlang?

Der Eurotunnel

Seit 1994 ist dieser Wunsch nach einer stabilen Verbindung zwischen Großbritannien und dem Festland Realität. Heute fahren Züge in etwa 35 min unter dem Ärmelkanal hindurch. Mit einer Gesamtlänge von etwa 50 km, davon rund 37 km unter dem Meer, ist er der längste Unterwassertunnel der Welt.

In Ingenieurskreisen gilt das Mega-Projekt als eine der beeindruckendsten Leistungen der modernen Baugeschichte. Und zweifellos als eines, dessen Umsetzung über Jahrzehnte hinweg auf wackeligen Beinen stand. Tatsächlich stammen die ersten konkreten Ideen für den Eurotunnel vom Anfang des 19. Jahrhunderts.

Der Eurotunnel: Ein Traum für Handel und Reisen

Erste konkrete Vorschläge, einen Tunnel zwischen Großbritannien und Frankreich zu bauen, stammen aus dem Jahr 1798. Der französische Ingenieur Albert Mathieu-Favier entwarf Pläne für zwei Tunnel zwischen Calais und Dover. In der Mitte sollte eine künstliche Insel mit Leuchtturm stehen. Eine Reise per Postkutsche von Calais nach Dover sollte mit nur 5 h deutlich kürzer sein als der übliche Seeweg.

Im Jahr 1802 stellte Mathieu-Favier seinen Entwurf Napoleon Bonaparte vor und dieser war begeistert. Übrigens genau so begeistert wie der britische Außenminister. Bevor das Projekt allerdings Form annehmen konnte, flammte die alte Feindschaft zwischen den Ländern wieder auf und die Pläne wurden verworfen. Die Gefahr einer französischen Invasion durch einen solchen Kanal war dann doch zu groß.

Warum der Eurotunnel so lange nicht gebaut wurde

Heute beschwert man sich – gut, zurecht – über Großprojekte wie den Pannenflughafen Berlin-Brandenburg oder Stuttgart 21. Es wird viel versprochen, wenig gehalten und nichts passiert. Das ist in der Baubranche bei so großen Bauprojekten keine Seltenheit.

Warum wir heutzutage solche Probleme mit großen Baustellen haben, könnt ihr in diesem Beitrag hier nachlesen: Großbauprojekte in Deutschland . Aber was war mit dem Eurotunnel? Von den ersten konkreten Plänen bis hin zum fertigen Tunnel vergingen fast 200 Jahre.

Dabei blieben beide Seiten des Ärmelkanals über diese Zeit nicht untätig. Es gab letztendlich 27 Anläufe, einen solchen Tunnel zu bauen. Geologische Untersuchungen, Probebohrungen: Es scheiterte immer an politischen Uneinigkeiten zwischen England und Frankreich – und an der Machbarkeit.

Eurotunnel: Der Weg zum Baubeginn

Erst Ende der 1970er Jahre gab es einen Lichtblick am Ende des Tunnels: Großbritannien und Frankreich einigten sich. Das Projekt Eurotunnel sollte starten. Der Handel zwischen der Inselgruppe und dem Festland würde endlich verlässlicher und sicherer werden.

Im Jahr 1985 wurde die Planung für den Eurotunnel endgültig ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt das eigens gegründete britisch-französische Konsortium „The Channel Tunnel Group Ltd/France-Manche SA“, sozusagen der Nachfolger der früheren „Channel Tubular Railway Preliminary Company“ vom 19. Mai 1892. Der Bau sollte vollständig privat finanziert werden.

Eurotunnel: Besonderheiten unter dem Ärmelkanal

Zunächst wurden auf neu errichteten Bohrinseln 1986 und 1987 an zwölf Stellen im Kanal Probebohrungen durchgeführt. Zusammen mit den anderen hunderten Bohrungen aus vergangenen Jahrzehnten ergab sich allmählich ein klares Bild, wie die Gesteinsschichten unter dem Meeresboden aufgebaut waren.

Letztendlich stand der Plan fest: Der Eurotunnel würde über drei Röhren verfügen. Davon zwei 7,6 m breite Fahrtunnel und einen 4,8 m breiten Versorgungstunnel dazwischen. Dadurch sollten Wartung, Belüftung und eine Notevakuierung gewährleistet werden. Befahren würden die breiten Röhren ausschließlich durch Züge. Verständlich, denn ein Autotunnel würde durch Unfälle oder Staus nur für Probleme sorgen.

Die Route des Tunnels sollte durch eine einzige Gesteinsschicht laufen und dieser folgen. Das Kreide-Mergel-Gestein ist relativ stabil und gut erforscht. Hier würden keine unangenehmen Überraschungen warten. Auch das Eindringen von Wasser konnte ausgeschlossen werden: perfekte Voraussetzungen, um hier einen Tunnel zu bauen.

Herausforderungen durch Wasserdruck und Gestein

Ein solches Projekt wie der Eurotunnel ist natürlich nicht ohne. Die größte Herausforderung war die Bauumgebung selbst. Unter dem Meeresboden Röhren zu bohren, ist trotz aller Berechnungen und Vorsicht riskant. Der hohe Druck durch das darüberliegende Meer machte das Risiko von Wassereinbrüchen allgegenwärtig.

Noch dazu kam, dass die Kreideschicht, in der gebaut werden sollte, recht schmal war und nicht unbedingt gerade verlief. Immer wieder sackte sie ab oder stieg auf, was die geologische Vermessung der Strecke kompliziert machte. Trotzdem gelang es den Ingenieuren vor Ort, alle Ergebnisse zu sammeln und auszuwerten. Im Jahr 1988 konnte der Bau beginnen.

Bau des Eurotunnels (1988 bis 1994)

Um den längsten Unterwassertunnel der Welt, den Eurotunnel, zu bauen, brauchte man riesige Tunnelbohrmaschinen. Ganze elf Stück davon waren für den Bau des Eurotunnels im Einsatz. Eine dieser Maschinen war bis zu 200 m lang, wog etwa 1.000 t und kostete rund 20 Mio. €. Ihre riesigen Köpfe hatten einen Schneidrad-Durchmesser von 7 bis 8 m und die Zähne aus Wolframkarbidstahl arbeiteten sie sich kontinuierlich von beiden Seiten des Ärmelkanals durch das Kreide-Gestein.

Dabei waren die eigens entwickelten Maschinen echte Multi-Talente. Sie konnten gleichzeitig Gestein abbauen, dieses über ein Förderband wegtransportieren, die Betonfertigteile einbauen und Arbeitsschienen verlegen. Den Maschinen folgte jeweils ein Versorgungszug. Hier fanden sich Anlagen für die Energieversorgung, das Material für die Tunnelwände, ein Aufenthaltsraum für Pausen und eine Erste-Hilfe-Station.

Die Teams arbeiteten von beiden Seiten rund um die Uhr und durch die parallelen Bohrungen verkürzte sich die Bauzeit erheblich. Im Jahr 1990 gelang der erste Durchbruch für den Service-Tunnel – ein symbolischer Moment für das Projekt Eurotunnel. Besonders beeindruckend war dabei die Präzision der Bohrungen.

Die Abweichung zwischen beiden Tunnelachsen betrug nur 36 cm. Das war vor allem der Arbeit beteiligter Ingenieure zu verdanken, die den Weg der Tunnelbohrmaschinen vermessen hatten. Nur durch präzise Berechnungen und modernste Lasertechnik war diese Genauigkeit überhaupt möglich.

Aufbau und Technik im Eurotunnel

Der Eurotunnel ist weltweit einzigartig. Mittlerweile hat er seit über 30 Jahren eine tragende Rolle im Handel zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland. Interessant ist dabei natürlich der Aufbau eines solchen Mega-Tunnels. Werfen wir also einen Blick auf die technischen Details.

Die Röhren des Eurotunnels

Das Tunnelsystem besteht aus drei parallelen Röhren: zwei große Eisenbahntunnel für den Zugverkehr und ein kleinerer Service-Tunnel in der Mitte. Um eine reibungslose Wartung oder im Notfall Evakuierung zu gewährleisten, sind die Röhren etwa alle 375 m über Querverbindungen vernetzt. Am spannendsten ist dabei die Vielseitigkeit des Service-Tunnels.

Der Servicetunnel im Eurotunnel

Vor dem Eurotunnel gab es so etwas noch nicht. Ein Tunnel, der zwischen den eigentlichen Durchfahrtsröhren liegt: Das war eine wichtige technische Innovation. Dank ihm können Wartungsfahrzeuge' zu den entsprechenden Tunnelabschnitten gelangen, ohne den fließenden Zugverkehr zu stören.

Des Weiteren ist der Service-Tunnel sowohl ein Zugang für Rettungskräfte als auch der sichere Weg nach draußen im Fall einer Evakuierung. Die zahlreichen Verbindungsgänge machen einen schnellen Wechsel zwischen den Haupttunneln möglich. Ein Ausweichen auf den gegenüberliegenden Tunnel ist also jederzeit möglich. Und wo wir gerade bei dem Thema sind: Wie sieht es mit der Sicherheit in einem über 50 km langen Tunnel aus?

Wie sicher ist der Eurotunnel?

Dem Eurotunnel liegt ein umfassendes Sicherheitskonzept zugrunde – schauen wir es uns doch etwas genauer an. Fakt ist: Der Eurotunnel liegt ca. 45 m unter dem Meeresboden. Beim Gedanken daran wird dem einen oder anderen sicher mulmig. Das ist ganz schön tief. Aber immerhin ist das Risiko eines Wassereinbruchs in die Tunnelröhren dadurch ausgeschlossen.

Und wenn mal etwas im Eurotunnel explodiert? Selbst dann greift die robuste Bauweise. Druckwellen würden sich, dem geringsten Widerstand folgend, entlang des Tunnels ausbreiten, nicht an einer Stelle. Viel passieren kann da also nicht.

Brandschutz im Eurotunnel

Brände sind in Tunneln zu Recht gefürchtet. Denn Feuer kann sich in solchen Situationen rasend schnell ausbreiten. Im Eurotunnel wurde für den Ernstfall vorgesorgt. Die Waggons bestehen aus feuerfesten Materialien und verfügen über eingebaute Löschsysteme – auch im Tunnel selbst wurden Vorkehrungen getroffen, wie z.B.:

  • Hydranten an Querverbindungen
  • Schaumlöschanlagen
  • Einsatz von Halongas bei schweren Bränden
  • Automatische Feuermelder und Überwachungssysteme

Falls eine Evakuierung notwendig wird, kommt wieder der Servicetunnel zum Einsatz. Denn dieser ist über Querverbindungen mit den großen Röhren verbunden. Auf diese Weise soll es möglich sein, alle Passagiere im Notfall innerhalb von 90 min vollständig zu evakuieren.

Technische Defekte im Eurotunnel

Wer viel und oft Zug fährt, kennt es: Fast jede zweite Verspätung steht unter dem Zeichen eines technischen Defekts. Solchen Problemen wurde im Eurotunnel vorgebeugt. Jeder Zug hat zwei Lokomotiven, eine an jedem Ende. Fällt eine davon aus, kann die andere übernehmen. Zusätzlich werden ferngesteuerte Dieselloks eingesetzt. Außerdem gibt es in einer Tiefe von etwa 46 m zwei Kreuzungen, den sogenannnten Meetingpoint. Hier können Züge, falls notwendig, von einer Schiene zur anderen wechseln.

Auch Infrastruktur-Systeme gibt es im Eurotunnel doppelt. So beispielsweise Notstromversorgungen, elektrische Anlagen, Pumpen und Beleuchtung. Wo wir gerade bei der Zahl Zwei sind: Die beiden getrennten Röhren sorgen natürlich auch dafür, dass Züge nicht kollidieren können.

Modernes Kontrollzentrum Eurotunnel

Im Tunnel können sich bis zu acht Züge gleichzeitig befinden. Und zu Spitzenzeiten fahren sie sogar im Dreiminutentakt mit 160 km/h durch die Röhren. Außerdem ist der Eurotunnel 24 Stunden am Tag und 52 Wochen im Jahr geöffnet. Da gibt es eine Menge zu koordinieren. Kein Wunder also, dass der Eurotunnel einige der modernsten Kontrollzentren der Welt hat.

Da wären manuelle Kommunikationssysteme zwischen Fahrern, dem Kontrollzentrum und Passagieren, aber auch automatische Sicherheitssysteme. Ganze 500 Sensoren liefern täglich ca. 2,5 Mio. Messdaten zu Temperatur, Luftqualität und der Funktion technischer Anlagen. Eine beachtliche Menge. Gibt es Gefahren oder Unregelmäßigkeiten, stoppt oder bremst der Zug automatisch ab.

Belüftungssystem im Eurotunnel

Ein wichtiger Faktor beim Betrieb eines Tunnels ist das Belüftungssystem. Dazu hatte man sich schon bei den ersten Entwürfen im 19. Jahrhundert Gedanken gemacht. Im fertiggestellten Eurotunnel macht diese Arbeit heute ein komplexes Lüftungssystem, das an beiden Enden des Eurotunnels sitzt.

Es sorgt für Frischluftzufuhr, eine zusätzliche Belüftung im Notfall und den nötigen Druckausgleich. Denn Hochgeschwindigkeitszüge sorgen nicht nur für eine Menge Fahrtwind, sondern in solch langen Röhren auch für große Druckunterschiede.

Sicherheitsvorschriften im Eurotunnel

Um den sicheren Transport von Personen und Gütern zu gewährleisten, gibt es im Eurotunnel einige Sicherheitsvorschriften zu beachten. Wer mit den Zügen reist, ob im Shuttle oder im Personenwagen, kann sich während der Zeit frei in den Wagons bewegen oder in seinem Fahrzeug bleiben.

Verboten ist der Transport von explosiven Stoffen, Gas- und Petroleumtanks, nuklearem Abfall oder anderen gefährlichen Chemikalien. Außerdem gilt ein striktes Rauchverbot im gesamten Tunnel und in allen Zügen. Nur so kann gewährleistet werden, dass alle schnell und sicher ankommen.

Der Eurotunnel heute

Genutzt wird der Eurotunnel auch heute noch ausschließlich durch Züge, beispielsweise internationale Hochgeschwindigkeitszüge wie den Eurostar. Der Eurotunnel ist Dreh- und Angelpunkt für Verbindungen zwischen London, Paris, Brüssel und weiteren Städten. Wollt ihr von London nach Paris reisen, dauert das Ganze beispielsweise etwa 2 h.

Neben den Personenzügen fahren spezielle Shuttle-Züge durch den Tunnel, genannt Le Shuttle. Sie transportieren Autos, Busse und LKW. Dabei fahren die Fahrzeuge direkt auf die Wagons und bleiben während der gesamten Fahrt von etwa 35 min im Zug. Wichtig: Handbremse feststellen und Motor aus!

Jetzt haben wir viel über die Planung, den Bau und die technischen Details im Betrieb gesprochen. Aber wie viel hat überhaupt der Eurotunnel gekostet und welche Auswirkungen hat er am Ende auf die Wirtschaft? Haben sich die Träume der Baumeister und Ingenieure von früher erfüllt?

Und wie sieht es mit Großbritanniens Haltung zum Tunnel aus? Schließlich hatten sich die Bauarbeiten am Tunnel auf britischer Seite merklich verzögert. Der Verbindung mit dem Festland standen die Briten auch über den Bauprozess hinweg skeptisch gegenüber und das haben sie die Franzosen spüren lassen.

Eurotunnel Baukosten

Die Baukosten lagen am Ende bei etwa 15 Mrd. €, inflationsbereinigt sogar noch deutlich mehr. Alles finanziert durch private Investoren. Drei Viertel der Aktien der Eurotunnel-Betreibergesellschaft sind französische Anleihen von Privatleuten. Und, wie für Großbauprojekte üblich, lagen die Kosten weit über dem ursprünglich geplanten Budget.

Die Betreibergesellschaft des Eurotunnel heißt heute übrigens Getlink. Früher war sie noch immer hoch verschuldet, was streckenweise als äußerst problematisch galt. Schließlich brach gleich nach der Eröffnung des Eurotunnel die große Ölkrise aus. Und wie sieht es heute aus?

Heute ist das Ganze etwas entspannter. Zwar sind die Schulden noch immer nicht ganz getilgt, konnten aber (Stand 2025) auf ca. 3,4 Mrd. € reduziert werden. Durch regelmäßige Gewinne (z. B. etwa 320 Mio. € Gewinn 2025) schrumpft die Zahl kontinuierlich weiter.

Eurotunnel nach dem Brexit: Wirtschaftliche Auswirkungen

Damals wie heute ist der Eurotunnel theoretisch die schnellste Handelsverbindung zwischen Großbritannien und Europa. Nach wie vor ist der Eurotunnel wichtiger Bestandteil der europäischen Verkehrsinfrastruktur. Millionen Passagiere nutzen den Tunnel jährlich, auch wenn das schon deutlich zurückgegangen ist.

Und was ist mit dem Brexit? Tatsächlich hat sich die Rolle des Eurotunnel stark verändert, seit Großbritannien nicht mehr Teil der EU ist. Früher war der Eurotunnel eine schnelle, unkomplizierte Route für Reisende und Handel. Heute ist er eine spürbare Landesgrenze mit allem, was dazugehört: Passkontrollen, strengere Einreisebestimmungen und weniger Möglichkeiten, einfach spontan zu reisen.

Für den Güterverkehr stehen die Zeichen noch deutlicher auf Rückschritt. Unternehmen kämpfen täglich mit umfangreichen Zollformalitäten, Dokumentationspflichten und längeren Abfertigungszeiten. Zeit ist Geld – die Route durch den Eurotunnel ist für viele Logistikunternehmen einfach zu teuer geworden. Sie nutzen vermehrt neue direkte Routen (z. B. Irland zur EU) und umgehen damit Großbritannien.

Dazu kommen ständige Diskussionen zwischen Frankreich und Großbritannien über Sicherheitsstandards und Zuständigkeiten. Denn der Eurotunnel unterliegt nicht direkt dem EU-Handelsabkommen, sondern basiert auf einem Vertrag zwischen den beiden Ländern. Und die Regeln sind auf jeder Seite des Ärmelkanals unterschiedlich. Die wirtschaftliche Aussicht für den Eurotunnel ist also schwierig, wenn auch erst einmal stabil.

Fazit Eurotunnel: Ein technisches Meisterwerk

Zusammenfassend können wir festhalten: Der Eurotunnel gilt als eine der größten Ingenieurleistungen des 20. Jahrhunderts. Mittels einer beeindruckenden Kombination aus moderner Tunneltechnik, internationaler Zusammenarbeit und innovativen Sicherheitskonzepten konnte der längste Unterwassertunnel der Welt gebaut werden.

Die Geschichte des Eurotunnel zeigt, wie komplexe Infrastrukturprojekte einst verfeindete Länder miteinander verbinden können. Wenn auch nur über einige Jahrzehnte. Bis heute ist der Eurotunnel ganz klar ein Referenzprojekt für den Bau großer Unterwassertunnel. Er zeigt, was technisch heutzutage möglich ist, wenn alle Seiten an einem Strang ziehen, aber auch, wie sich politische Spannungen auf Wirtschaftswege auswirken.


Autor

Frau Ruthe ist im Marketing als Copywriterin zuständig für die Erstellung kreativer Texte und packender Headlines.



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