Bei der Validierung unter Verwendung von Windkanalmodellen muss die numerische Simulation nicht unbedingt den exakten Maßstab und die Randbedingungen des Windkanals nachbilden. Aufgrund der Empfindlichkeit inkompressibler Strömungen gegenüber dem Blockierungsgrad und möglichen Undichtigkeiten in Windkanälen sollten die Abmessungen sowie die stromaufwärts und stromabwärts gerichteten Längen an die Berechnungsmethode angepasst werden, insbesondere bei offenen Windkanälen.
Komplexe Grenzschichtmodelle lassen sich oft nur schwer auf Windkanalproportionen skalieren. Für eine gültige Übertragung auf Vollmaßstabsbedingungen sollten daher auch Berechnungen im Originalmaßstab durchgeführt werden, die ähnliche Ergebnisse liefern oder Reynolds-Zahl-Effekte zeigen sollten.
Zur Validierung sollten äquivalente Randbedingungen wie im Windkanaltest verwendet werden, wobei Abweichungen zu dokumentieren sind. Es sollten geeignete Messdaten aus mehreren Windkanaltests mit variierenden Bedingungen (z.B. wechselnde Windrichtungen) verwendet werden. Bei Geometrien ohne Vorerfahrung ist es ratsam, zunächst verschiedene bekannte Geometrien neu zu berechnen.
Bei der Verwendung proprietärer Messungen sollten detaillierte Informationen zum Windkanal, zu den Modellabmessungen und den Randbedingungen sowie zu den Messergebnissen und -positionen bereitgestellt werden. Ein Beispiel für eine solche Aufbereitung findet sich in Abschnitt 9. Grafische Darstellungen allein reichen in der Regel nicht aus.
Idealerweise sollten Daten aus Windkanaltests und numerischen Simulationen für Dritte frei zugänglich sein. Zum Vergleich sollte eine ausreichende Anzahl von Punkten ausgewählt werden, die gleichmäßig über die Geometrie verteilt sind.