Die Bahá'í-Tempel von Südamerika, Chile
RFEM-Modell der Stahl- und Betonkonstruktion (© Josef Gartner GmbH)
Modell des „Bahá’í Temple“ (© Hariri Pontarini Architects)
Baustelle bei Nacht (© Josef Gartner GmbH)
Kundenprojekt
| Tragwerksplanung |
Statik, Konstruktion und Ausführung (Stahl und Eindeckung) Josef Gartner GmbH, Würzburg josef-gartner.permasteelisagroup.com |
| Architekt |
Hariri Pontarini Architects Toronto, Kanada www.hariripontarini.com |
| Bauherr |
National Spiritual Assembly of the Bahá’ís of Canada www.ca.bahai.org |
Ein außergewöhnliches Bauwerk wurde in Chile errichtet: der „Tempel des Lichts“. Er ist einer von acht Bahá’í-Tempeln weltweit. Die monotheistische Bahá’í-Religion hat ca. sieben Millionen Anhänger, vor allem in Indien, dem Iran, Afrika, Nord- und Südamerika. Die Planung des Tempels erstreckte sich über viele Jahrzehnte.
Der Dlubal-Kunde Josef Gartner GmbH erhielt den Auftrag für die Planung, Fertigung und Montage der kompletten Struktur ab Oberkante Betondecke.
Konstruktion
Die Form des Tempels ähnelt einer neunblättrigen Lotusblüte. Das Gebäude hat einen Durchmesser von ca. 34 m und ist etwa 30 m hoch. Der Unterbau besteht aus einer zweistöckigen Betonkonstruktion und einer Flachgründung.
Da der Bauort in Chile in einer Region mit hoher Erdbebengefährdung liegt, musste die Struktur schwingungsmäßig horizontal vom Untergrund entkoppelt werden. Dazu wurden zwischen den Betonstützen und der zweiten Zwischendecke insgesamt zehn Gleitpendellager angeordnet.
Die Stahltragkonstruktion besteht aus einer Art Raumfachwerk mit einer Ober- und Untergurtlage bestehend aus Rechteckprofilen sowie Rundrohrdiagonalen als Verbindungselemente.
Neun baugleiche Blätter schließen am Hochpunkt zusammen und bilden eine Lichtkuppel (Oculus). Das Gerippe der Struktur wird, wie bei echten pflanzlichen Blättern, durch ein inneres Gerüst aus stärkeren Rundrohren d=323,9 mm gebildet.
Die Modellierung erfolgte in Rhinoceros. Das komplette 3D-Modell wurde dann an RSTAB und RFEM übergeben und in enger Zusammenarbeit mit dem Architekten optimiert.
Danach berechnete Gartner die Stahlstruktur in RSTAB und RFEM unter Berücksichtigung der Erdbebenbeanspruchung.
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