RFEM 5 Version 5

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4.17 Stäbe

Allgemeine Beschreibung
Listenschaltfläche Stab

Stäbe sind Eigenschaften von Linien. Durch die Zuweisung eines Querschnitts (durch den auch ein Material festgelegt ist) erhält der Stab eine Steifigkeit. Beim Generieren des Netzes werden an Stäben 1D-Elemente generiert.

Stäbe können nur an Knoten miteinander verbunden werden. Kreuzen sich Stäbe, ohne dass sie einen Knoten gemeinsam haben, liegt keine Verbindung vor. An solchen Kreuzungsstellen werden keine Schnittgrößen übertragen.

Grafisch können Stäbe einzeln, fortlaufend oder an bereits vorhandenen Linien gesetzt werden. Die Option Eingefügter Stab ist im Kapitel 11.4.13 beschrieben.

Bild 4.156 Dialog Neuer Stab, Register Basis
Bild 4.157 Tabelle 1.17 Stäbe
Bild 4.158 Dialog Neuer Stab, Register Einstellungen
Linie Nr.

In diesem Eingabefeld bzw. dieser Tabellenspalte ist die Nummer der Linie mit Stabeigenschaften anzugeben. Im Dialog Neuer Stab ist auch eine grafische Auswahl möglich.

Die Anfangs- und Endknoten der Linie legen die Stabrichtung fest, die wiederum die Lage des lokalen Stabkoordinatensystems beeinflusst (siehe folgender Abschnitt „Stabdrehung“). Die Stabrichtung kann grafisch schnell geändert werden: Klicken Sie den Stab mit der rechten Maustaste an und wählen die Kontextmenü-Option Staborientierung umkehren.

Stabtyp

Der Stabtyp steuert, in welcher Weise Schnittgrößen aufgenommen werden können oder welche Eigenschaften für den Stab vorausgesetzt werden.

In der Stabtyp-Liste stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Jedem Stabtyp ist eine Farbe zugeordnet, die im Modell zur Darstellung der unterschiedlichen Stabarten benutzt werden kann. Die Steuerung erfolgt im Zeigen-Navigator mit der Option Farben in Grafik nach (siehe Kapitel 11.1.9).

Tabelle 4.7 Stabtypen
Stabtyp Kurzbeschreibung

Balkenstab

Biegesteifer Stab, der alle Schnittgrößen übertragen kann

Starrstab

Kopplungsstab mit starrer Steifigkeit

Rippe

Unterzug mit Berücksichtigung der mitwirkenden Plattenbreite

Fachwerkstab

Balkenstab mit Momentengelenken an beiden Enden

Fachwerkstab (nur N)

Stab, der nur die Steifigkeit E ⋅ A besitzt

Zugstab

Fachwerkstab (nur N), der bei einer Druckkraft ausfällt

Druckstab

Fachwerkstab (nur N), der bei einer Zugkraft ausfällt

Knickstab

Fachwerkstab (nur N), der bei einer Druckkraft > Ncr ausfällt

Seilstab

Stab, der nur Zugkräfte überträgt. Die Berechnung erfolgt nach Theorie III. Ordnung mit großen Verformungen.

Seil an Scheiben

Stab auf einer Polylinie, der sich nur in Längsrichtung verschieben kann und nur Zugkräfte aufnimmt (Flaschenzug)

Ergebnisstab

Stab zur Integration von Flächen-, Volumen- oder Stabergebnissen

Steifigkeiten

Stab mit benutzerdefinierten Steifigkeiten

Kopplung Fest-Fest

Starre Kopplung mit beidseits biegesteifen Anschlüssen

Kopplung Fest-Gelenk

Starre Kopplung mit biegesteifem Anschluss am Anfang und gelenkigem Anschluss am Ende

Kopplung Gelenk-Gelenk

Starre Kopplung mit beidseits gelenkigen Anschlüssen (nur Normal- und Querkräfte werden übertragen, keine Momente)

Kopplung Gelenk-Fest

Starre Kopplung mit gelenkigem Anschluss am Anfang und biegesteifem Anschluss am Ende

Feder

Stab mit Federsteifigkeit und definierbaren Wirkbereichen und Dämpfungskoeffizienten

Nullstab

Stab, der in der Berechnung nicht berücksichtigt wird

Balkenstab

Ein Balkenstab besitzt keine Gelenke an seinen Enden. Schließen zwei Balken aneinander an, ohne dass ein Gelenk für den gemeinsamen Knoten definiert wurde, so liegt ein biegesteifer Anschluss vor. Ein Balkenstab kann durch alle Lastarten belastet werden.

Starrstab

Dieser Stabtyp koppelt die Verschiebungen zweier Knoten durch eine starre Verbindung. Er entspricht daher prinzipiell einem Kopplungsstab. Damit lassen sich Stäbe mit hoher Steifigkeit unter Berücksichtigung von Gelenken definieren, die auch Federkonstanten und Nichtlinearitäten aufweisen können. Es treten kaum numerische Probleme auf, da die Steifigkeiten dem System angepasst sind. Für Starrstäbe werden auch Schnittgrößen ausgewiesen.

Es werden folgende Steifigkeiten angenommen (gilt auch für Kopplungen und Dummy Rigids):

  • Längs- und Torsionssteifigkeit:

E·A und G·IT :  1013·  [SI-Einheit]   (=Stablänge) 

  • Biegesteifigkeit:

E·I :  1013·3  [SI-Einheit] 

  • Schubsteifigkeit (falls aktiviert):

GAy bzw. GAz :  1016·3  [SI-Einheit]  

Durch diesen Stabtyp ist es nicht mehr erforderlich, einen Dummy Rigid (siehe Kapitel 4.13) zu definieren und als Querschnitt zuzuweisen.

Rippe

Die Rippen sind im Kapitel 4.18 beschrieben.

Fachwerkstab (nur N)

Dieser Typ eines Fachwerkstabs nimmt Normalkräfte in Form von Zug und Druck auf. Ein Fachwerkstab besitzt interne Momentengelenke an seinen Enden. Deshalb ist eine zusätzliche Gelenkdefinition nicht zulässig. Es werden nur Knotenschnittgrößen ausgegeben (und in die anschließenden Stäbe übertragen), am Stab selbst gibt es einen linearen Schnittgrößenverlauf. Eine Ausnahme ist die Einzellast am Stab. Das bedeutet, dass infolge Eigengewicht oder einer Linienlast kein Momentenverlauf sichtbar wird. Die Randmomente sind wegen des Gelenks null, am Stab wird ein linearer Verlauf angenommen. Die Knotenkräfte werden jedoch aus den Stablasten errechnet, wodurch die korrekte Weiterleitung gewährleistet ist.

Der Grund für diese Sonderbehandlung ist, dass nach allgemeinem Verständnis ein Fachwerkstab nur Normalkräfte überträgt − die Momente sind nicht von Interesse. Sie werden deshalb bewusst nicht ausgewiesen und gehen auch nicht in die Bemessung ein. Um die Momente aus den Stablasten anzuzeigen, ist der Stabtyp Fachwerkstab zu verwenden.

Beim Stabtyp Fachwerkstab (nur N) ist kein Ausweichen rechtwinklig zu den Hauptachsen möglich. Effekte des Stabknickens werden daher in der Berechnung nicht berücksichtigt!

Zugstab / Druckstab

Ein Zugstab kann nur Zugkräfte aufnehmen, ein Druckstab entsprechend nur Druckkräfte. Die Berechnung eines Stabwerks mit diesen Stabtypen erfolgt iterativ: Im ersten Iterationsschritt werden die Schnittgrößen aller Stäbe ermittelt. Erhalten Zugstäbe eine negative Normalkraft (Druck) bzw. Druckstäbe eine positive Normalkraft (Zug), wird ein weiterer Iterationsschritt gestartet, wobei die Steifigkeitsanteile dieser Stäbe nicht mehr berücksichtigt werden – sie sind ausgefallen. Dieser Iterationsprozess wird so lange durchgeführt, bis kein Zug- bzw. Druckstab mehr ausfällt. Je nach Modellierung und Belastung kann ein System durch den Ausfall von Zug- oder Druckstäben instabil werden.

Ein ausgefallener Zug- bzw. Druckstab kann erneut in der Steifigkeitsmatrix berücksichtigt werden, wenn er in einem späteren Iterationsschritt infolge Umlagerungen im System wieder wirksam wird. Über das Menü Berechnung → Berechnungsparameter kann im Dialogregister Globale Berechnungsparameter die Reaktivierung der ausfallenden Stäbe geregelt werden. Die Beschreibung dieser Funktionen finden Sie im Kapitel 7.3.

Knickstab

Ein Knickstab nimmt unbegrenzt Zugkräfte auf, Druckkräfte jedoch nur bis zum Erreichen der kritischen Eulerlast.

Ncr=π2 EIcr2    mit cr= 

Mit diesem Stabtyp lassen sich oft Instabilitäten umgehen, die bei nichtlinearen Berechnungen nach Theorie II. oder III. Ordnung durch das Knicken von Fachwerkstäben entstehen. Ersetzt man diese − realitätsgetreu − durch Knickstäbe, wird in vielen Fällen die kritische Last erhöht.

Seilstab

Ein Seil ist nur auf Zug beanspruchbar. Es ermöglicht durch iterative Berechnung und Berücksichtigung der Seiltheorie (Theorie III. Ordnung – siehe Kapitel 7.3.1) die Erfassung von Seilketten mit Longitudinal- und Transversalkräften. Dazu ist es erforderlich, das gesamte Seil als Seilkette zu definieren, die aus mehreren Seilstäben besteht.

Kettenlinien lassen sich schnell über das Menü Extras → Modell generieren - Stäbe → Bogen erzeugen (Kapitel 11.7.2). Je genauer die Ausgangsform der Kettenlinie mit der realen Seilkette übereinstimmt, desto stabiler und schneller kann die Berechnung ablaufen.

Es empfiehlt sich, die Seilstäbe vorzuspannen. Dadurch wird Druckkräften vorgebeugt, die zum Ausfall führen würden. Seile sollten auch nur dann angewendet werden, wenn die Verformungen einen wesentlichen Anteil an den Änderungen der Schnittgrößen besitzen, d. h. wenn große Verformungen auftreten können. Für einfache geradlinige Abspannungen wie beispielsweise bei einem Vordach sind Zugstäbe völlig ausreichend.

Bei der Auswertung der Verformungsfigur von Seilstäben sollte der Skalierungsfaktor im Steuerpanel (siehe Bild 3.19) auf „1“ gesetzt werden, damit die Straffungseffekte realistisch wirken.

Seil an Scheiben

Auch dieser Seilstabtyp nimmt nur Zugkräfte auf und wird nach Seiltheorie (Theorie III. Ordnung) berechnet. Ein Seilstab an Scheiben kann jedoch nur an einer Polylinie definiert werden, die mindestens drei Knoten aufweist. Dieser Stabtyp eignet sich für biegeschlaffe Zugelemente, deren Längskräfte über Umlenkpunkte durch das Modell geleitet werden (z. B. Flaschenzug).

Im Unterschied zu einem normalen Seilstab ist nur eine Verschiebung in den inneren Knoten in Längsrichtung ux möglich. Der Stab darf daher nicht durch Stablasten belastet werden, die in lokale y- oder z-Richtung wirken.

An den Enden des Seilstabes darf die Verschiebung in Längsrichtung nicht frei sein.

Bild 4.159 System mit Seilstab an Scheibe und Seilstab – Normalkräfte und Lagerreaktionen

An den inneren Knoten der Polylinie spielt es keine Rolle, ob ein Knotenlager vorliegt oder ob der Stab mit einer anderen Konstruktion verbunden ist: Es wird das Gesamtsystem des Seilstabs über die Länge der Polylinie untersucht.

Bei Stäben des Stabtyps Seil an Scheiben werden nur Verschiebungen ux und Normalkräfte N berücksichtigt.

Ergebnisstab

Ein Ergebnisstab kann als fiktiver Stab - wie ein Schnitt - beliebig im Modell platziert werden. Er ermöglicht es, die Schnittgrößen von Flächen, Stäben und Volumenkörpern in Form integrierter Ergebnisse abzulesen. Damit lassen sich z. B. die resultierenden Querkräfte einer Fläche für den Mauerwerksnachweis ablesen.

Dieser Stabtyp benötigt weder eine Lagerung noch eine Verbindung zum Modell. Es können keine Lasten auf einen Ergebnisstab aufgebracht werden.

Die Integrationsparameter sind in einem Dialog anzugeben (siehe Bild 4.160), der über die Schaltfläche [Bearbeiten] aufgerufen wird.

Im Dialogabschnitt Spannungen und Schnittgrößen integrieren ist der Einzugsbereich des Ergebnisstabes festzulegen. Die Dialoggrafik veranschaulicht die Parameter, die für die einzelnen Möglichkeiten relevant sind.

Bild 4.160 Dialog Parameter der Stabes vom Typ 'Ergebnisstab' bearbeiten

Der Abschnitt Inklusive Objekte ermöglicht eine gezielte Auswahl der Modellelemente, deren Ergebnisse für die Integration berücksichtigt werden sollen: Flächen, Volumen, Stäbe.

Ist der Ergebnisstab definiert, kann die Anzeige des Integrationsbereichs über den Zeigen-Navigator ein- und ausgeblendet werden (siehe Bild links).

Steifigkeiten

Die Stabsteifigkeiten können direkt in einem Dialog angegeben werden, der über die Schaltfläche [Bearbeiten] zugänglich ist. Damit erübrigt sich die Zuordnung eines Querschnitts.

Bild 4.161 Dialog Stab-Steifigkeiten bearbeiten

Die Definition der Steifigkeitsmatrix lässt sich mit der [Info]-Schaltfläche einblenden.

Kopplung

Ein Kopplungsstab ist ein virtueller, sehr steifer Stab mit definierbaren starren oder gelenkigen Eigenschaften. Die Freiheitsgrade der Anfangs- und Endknoten können auf vier verschiedene Arten gekoppelt werden. Die Normal- und Querkräfte bzw. Torsions- und Biegemomente werden direkt von Knoten zu Knoten übertragen. Mit Kopplungen lassen sich spezielle Situationen für Kraft- und Momentenübertragungen modellieren.

Die Steifigkeiten der Kopplungen werden modellabhängig berechnet, um numerische Probleme auszuschließen.

Mit der Variante Starrstab lassen sich auch Kopplungsstäbe unter Berücksichtigung von Gelenkfedern und -nichtlinearitäten definieren.

Der Zeigen-Navigator steuert, ob die Ergebnisse von Kopplungen angezeigt werden.

Bild 4.162 Ergebnisse von Koppelstäben über Zeigen-Navigator einblenden
Feder

Bei Feder-Stäben ist über die Schaltfläche [Eigenschaften] im Dialog bzw. in der Tabelle ein separater Dialog zugänglich.

Bild 4.163 Dialog Stabnichtlinearität des Typs ‚Federstab‘ bearbeiten

Die Stabeigenschaften können über die Parameter oder in einem Diagramm definiert werden. Die Federkonstante C1,1 beschreibt die Steifigkeit des Stabes in seiner lokalen x-Richtung gemäß folgender Beziehung:

k=E A 

Der Schlupf legt einen Bereich der Verformung fest, in dem die Feder keine Kräfte aufnimmt.

Für die Definition der Feder- Grenzwerte bestehen zwei Möglichkeiten:

    • Verformung: Die Werte umin und umax legen den geometrischen Wirkbereich der Feder fest. Bei Verformungen außerhalb dieses Bereichs wirkt die Feder als starrer Stab (Anschlag).
    • Kraft: Die Werte Nmin und Nmax legen den Wirkbereich der Kräfte fest, die von der Feder aufgenommen werden können. Liegt die Normalkraft außerhalb dieser Schranken, fällt die Feder aus.

Im Register Diagramm können die Federeigenschaften noch präziser definiert werden. Diese Optionen decken sich weitgehend mit den Parametern nichtlinearer Stabendgelenke (siehe Kapitel 4.14).

Nullstab

Ein Nullstab mitsamt Belastung wird in der Berechnung nicht berücksichtigt. Mit Nullstäben kann beispielsweise untersucht werden, wie sich das Tragverhalten des Modells ändert, wenn bestimmte Stäbe nicht wirksam sind. Die Stäbe brauchen nicht gelöscht werden, die Lasten bleiben ebenfalls erhalten.

Querschnitt Nr. Stabanfang / Stabende

In diesen beiden Eingabefeldern oder Spalten werden die Querschnitte für den Stabanfang und das Stabende festgelegt. Die Querschnittsnummern beziehen sich auf die Einträge in Tabelle 1.13 Querschnitte (siehe Kapitel 4.13). Die Farben der unterschiedlichen Querschnitte erleichtern die Zuweisung.

Durch unterschiedliche Nummern für Anfangs- und Endquerschnitt wird eine Voute gebildet.  RFEM interpoliert die veränderlichen Steifigkeiten entlang des Stabes nach höhergradigen Polynomen. Unsinnige Eingaben wie z. B. eine Voute aus einem IPE-Profil und einem Rundstahl werden von der Plausibilitätskontrolle beanstandet.

Die interne Ermittlung der Vouten-Querschnittswerte wird über den Voutenansatz im Register Optionen bzw. der entsprechenden Spalte geregelt (siehe Kapitel 4.17).

Stabdrehung

Das stabbezogene xyz-Koordinatensystem ist rechtwinklig und rechtsschraubig definiert. Die lokale Achse x stellt stets die Schwerachse des Stabes dar. Sie verbindet den Anfangs- mit dem Endknoten der Linie (positive Richtung). Die Stabachsen y und z bzw. u und v bei unsymmetrischen Querschnitten repräsentieren die Hauptachsen des Stabes.

Bild 4.164 Stabdrehung und lokale Stabachsen x,y,z (beliebige Lage im Raum)

Die Lage der lokalen Achsen y und z wird zunächst automatisch festgelegt: Die Achse y ist rechtwinklig zur Längsachse x und parallel zur globalen XY-Ebene ausgerichtet. Die Lage der Achse z ergibt sich gemäß der Rechte-Hand-Regel. Die z'-Komponente der z-Achse zeigt dabei stets nach „unten“ (d. h. in Richtung der Schwerkraft) – unabhängig davon, ob die globale Z-Achse nach oben oder nach unten ausgerichtet ist.

Stab-Kontextmenü

Die Stablage kann über das 3D-Rendering kontrolliert werden. Alternativ lassen sich über das Stab-Kontextmenü oder den Zeigen-Navigator die Stab-Achsensysteme x,y,z anzeigen.

Bild 4.165 Aktivieren der lokalen Stabachsensysteme im Zeigen-Navigator

Die Spalte N der Tabelle gibt Auskunft darüber, zu welcher globalen Achse der Stab parallel verläuft oder in welcher Ebene er sich befindet, die von den globalen Achsen aufgespannt wird. Ist kein Eintrag vorhanden, befindet sich der Stab in einer beliebigen Lage im Raum.

Wenn ein Stab parallel zur globalen Z-Achse und damit vertikal ausgerichtet ist, verfügt die lokale Achse z natürlich über keine Z-Komponente. In diesem Fall gilt folgende Regelung: Die lokale Achse y wird parallel zur globalen Y-Achse ausgerichtet. Die Achse z ergibt sich dann gemäß der Rechte-Hand-Regel.

Bild 4.166 Vertikale Stablage bei Stäben mit unterschiedlichen Stabrichtungen (β = 0°)

Befindet sich in einem Stützen-Stabzug ein Stab nicht in exakt vertikaler Lage (wegen minimaler Abweichungen der X- oder Y-Knotenkoordinaten), können die Achsen des Stabes ihre Ausrichtung ändern: RFEM stuft die Lage des minimal geneigten Stabes als „allgemein“ ein. Über das Menü Extras → Modell regenerieren ist es möglich, Stäbe in allgemeiner Lage dennoch als vertikal zu klassifizieren (siehe Kapitel 7.1.3).

Stabdrehungen lassen sich auf zwei Arten vornehmen:

  • Stabdrehung über Winkel β

Es wird ein Winkel β festgelegt, um den der Stab gedreht wird. Ein positiver Drehwinkel β dreht die Achsen y und z rechtsschraubig um die Stablängsachse x.

Bitte beachten Sie, dass der Stabdrehwinkel β und der Querschnittsdrehwinkel α' (siehe Kapitel 4.13) addiert werden.

In 2D-Modellen sind nur die Stabdrehwinkel 0° und 180° zulässig.

  • Stabdrehung über Hilfsknoten

Das Stabachsensystem wird auf einen bestimmten Knoten ausgerichtet. Zunächst ist anzugeben, welche Achse (y oder z) über den Hilfsknoten beeinflusst werden soll. Der Hilfsknoten bestimmt folglich die Ebene xy oder xz des Stabes. Anschließend ist der Hilfsknoten einzugeben, grafisch auszuwählen oder neu anzulegen. Er darf nicht auf der Geraden liegen, die durch die x-Achse des Stabes festgelegt ist.

Das folgende Beispiel zeigt Stützen, die auf den Mittelpunkt ausgerichtet sind.

Bild 4.167 Stabdrehung über Hilfsknoten

Änderungen des lokalen Stabachsensystems können sich auf die Vorzeichen der Schnittgrößen auswirken. Das folgende Bild veranschaulicht die allgemeine Vorzeichenregelung.

Bild 4.168 Positive Definition der Schnittgrößen

Das Biegemoment My ist positiv, wenn an der positiven Stabseite (in Richtung der Achse z) Zugspannungen entstehen. Mz ist positiv, wenn an der positiven Stabseite (in Richtung der Achse y) Druckspannungen die Folge sind. Die Vorzeichendefinition für Torsionsmomente, Normal- und Querkräfte entspricht den üblichen Konventionen: Diese Schnittgrößen sind positiv, wenn sie am positiven Schnittufer in positiver Richtung wirken.

Gelenk Nr. Stabanfang / Stabende

In den beiden Eingabefeldern oder Tabellenspalten können Gelenke definiert werden, die die Übertragung von Schnittgrößen an den Knoten steuern. Die Gelenknummern beziehen sich auf die Einträge in Tabelle 1.14 Stabendgelenke (siehe Kapitel 4.14).

Für bestimmte Stabtypen sind keine Einträge möglich, da bereits interne Gelenke vorliegen.

Exzentrizität Nr.

In dieser Tabellenspalte bzw. diesem Eingabefeld des Registers Einstellungen (siehe Bild 4.158) kann dem Stab ein exzentrischer Anschluss zugewiesen werden. Die Nummern der Exzentrizitäten beziehen sich auf die Tabelle 1.15 Stabexzentrizitäten (siehe Kapitel 4.15). Ein Anschluss-Typ erfasst die Exzentrizitäten von sowohl Stabanfang als auch Stabende.

Teilung Nr.

Stabteilungen steuern die numerische Ausgabe der Schnittgrößen und Verformungen entlang des Stabes (siehe Kapitel 4.16). Über die Tabellenspalte bzw. das Eingabefeld des Registers Einstellungen können Teilungen zugewiesen oder neu erstellt werden. Die Nummern der Teilungen beziehen sich auf die Einträge in Tabelle 1.16 Stabteilungen.

Eine Stabteilung hat weder einen Einfluss auf die Ermittlung der Extremwerte noch auf den grafischen Ergebnisverlauf (RFEM benutzt intern eine feinere Teilung). Da in den meisten Fällen Stabteilungen nicht erforderlich sind, ist die Voreinstellung ‚Keine‘ bzw. ‚0‘.

Stabbettung

In diesem Eingabefeld des Registers Einstellungen (siehe Bild 4.158) kann dem Stab eine Bettung zugewiesen werden. Die Nummern der Bettungen werden in Tabelle 1.19 Stabbettungen verwaltet (siehe Kapitel 4.19).

Stabnichtlinearität

Das Eingabefeld des Registers Einstellungen (siehe Bild 4.158) ermöglicht es, den Stab mit einer nichtlinearen Eigenschaft auszustatten. Die Nummern der Nichtlinearitäten beziehen sich auf die Einträge in Tabelle 1.20 Stabnichtlinearitäten (siehe Kapitel 4.20).

Voutenansatz

Liegen unterschiedliche Querschnitte für Stabanfang und Stabende vor, kann in dieser Spalte bzw. diesem Eingabefeld des Registers Einstellungen zwischen einem linearen und einem quadratischen Ansatz gewählt werden. Damit lässt sich die Voutengeometrie für die Ermittlung der interpolierten Querschnittswerte erfassen.

In den meisten Fällen liegt ein linearer Verlauf der Voute vor: Die Höhe des Profils ändert sich gleichmäßig vom Anfangsquerschnitt zum Endquerschnitt, die Breite bleibt mehr oder weniger konstant. Falls jedoch auch die Breite des Profils entlang des Stabes ausgeprägte Veränderungen aufweist (z. B. Voute aus Massivquerschnitten), dann sollte die Interpolation der Querschnittswerte besser über eine quadratische Funktion erfolgen.

Länge

Diese Tabellenspalte gibt die absolute Länge des Stabes als Distanz zwischen dem Anfangs- und dem Endknoten an. Exzentrizitäten werden berücksichtigt.

Im Arbeitsfenster lässt sich die Stablänge ebenfalls ablesen: Platzieren Sie den Mauszeiger über dem Stab und warten einen Moment, um die Stab-Schnellinfo einzublenden.

Gewicht

Die Masse des Stabes ermittelt sich als Produkt von Querschnittsfläche A und spezifischem Gewicht des Materials. Als Erdbeschleunigung wird g = 10 m/s2 angesetzt. Dieser Wert kann ggf. im Dialog Basisangaben, Register Optionen geändert werden (siehe Bild 12.32).

Lage

Die Spalte N der Tabelle gibt Auskunft darüber, zu welcher globalen Achse der Stab parallel verläuft oder in welcher Ebene er sich befindet, die von den globalen Achsen aufgespannt wird. Ist kein Eintrag vorhanden, befindet sich der Stab in einer beliebigen Lage im Raum.

Befindet sich in einem Stützen-Stabzug ein Stab nicht in exakt vertikaler Lage (wegen minimaler Abweichungen der X- oder Y-Knotenkoordinaten), können die Achsen des Stabes ihre Ausrichtung ändern: RFEM stuft die Lage des minimal geneigten Stabes als „allgemein“ ein. Über das Menü ExtrasModell regenerieren ist es möglich, Stäbe in allgemeiner Lage dennoch als vertikal zu klassifizieren (siehe Kapitel 7.1.3).

Knicklängen

Das Register Knicklängen des Dialogs verwaltet die Knicklängenbeiwerte kcr,y und kcr,z.