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29. September 2026

Querschnittswerte

Querschnittsfläche

Es wird zwischen der geometrischen und der ideellen Querschnittsfläche unterschieden. Die geometrische Querschnittsfläche entspricht dem tatsächlichen Flächeninhalt des Querschnitts und ist unabhängig von den Materialeigenschaften. Die ideelle Querschnittsfläche berücksichtigt dagegen die unterschiedlichen Materialsteifigkeiten, beispielsweise bei Verbundquerschnitten.

Die ideelle Querschnittsfläche wird auf ein Referenzmaterial mit dem Elastizitätsmodul Eref bezogen:

Die geometrische Querschnittsfläche ergibt sich aus:

Lage des elastischen Schwerpunkts

Die Koordinaten ey und ez beschreiben die Lage des elastischen Schwerpunkts relativ zum Ursprung des globalen Koordinatensystems in Y- bzw. Z-Richtung.
Der elastische Schwerpunkt wird unter Berücksichtigung der Materialsteifigkeiten bestimmt. Seine Koordinaten ergeben sich aus den mit dem Elastizitätsmodul gewichteten Flächenintegralen:

Flächenträgheitsmomente

Die Flächenträgheitsmomente Iy und Iz beziehen sich auf das lokale Koordinatensystem y, z. Der Ursprung des lokalen Koordinatensystems liegt im elastischen Schwerpunkt. Seine Achsen verlaufen parallel zu den globalen Achsen Y und Z.

Die Flächenträgheitsmomente Iu und Iv beziehen sich auf die Hauptachsen u und v. Diese Achsen verlaufen durch den elastischen Schwerpunkt und sind gegenüber dem lokalen Koordinatensystem y, z um den Hauptachsenwinkel α gedreht.

Bei Querschnitten aus mehreren unverbundenen Teilquerschnitten werden die Flächenträgheitsmomente ohne Berücksichtigung des Steiner-Anteils summiert.

Zentrifugalmoment

Das Zentrifugalmoment Iyz bezieht sich auf das lokale Koordinatensystem y, z. Der Ursprung des lokalen Koordinatensystems liegt im elastischen Schwerpunkt. Seine Achsen verlaufen parallel zu den globalen Achsen Y und Z.

Das Zentrifugalmoment des ideellen Querschnitts ergibt sich zu:

Polare Flächenträgheitsmomente

Das polare Flächenträgheitsmoment Ip bezieht sich auf den Schwerpunkt und ergibt sich aus der Summe der beiden Hauptflächenträgheitsmomente:

Das polare Flächenträgheitsmoment Ip,SC bezieht sich auf den Schubmittelpunkt.

Hauptachsenneigung

Der Winkel α beschreibt die Drehung des Hauptachsensystems u, v gegenüber dem lokalen Koordinatensystem y, z.

Trägheitsradien

Der Trägheitsradius beschreibt die Verteilung der Querschnittsfläche in Bezug auf eine Bezugsachse. Er ergibt sich aus der Quadratwurzel des Quotienten aus dem zugehörigen Flächenträgheitsmoment und der Querschnittsfläche.

Elastisches Widerstandsmoment

Die elastischen Widerstandsmomente Wy,min, Wy,max, Wz,min, Wz,max, Wy und Wz beziehen sich auf das lokale Koordinatensystem y, z. Der Ursprung des lokalen Koordinatensystems liegt im elastischen Schwerpunkt. Seine Achsen verlaufen parallel zu den globalen Achsen Y und Z.

Die elastischen Wu,min, Wu,max, Wv,min, Wv,max, Wu und Wv beziehen sich auf die Hauptachsen u und v.

Schubflächen

Die Schubflächen werden aus der FE-Lösung des Saint-Venant-Torsionsproblems bestimmt. Aus drei berechneten Einheitszuständen der Deplanationsfunktion wird die Schub- und Torsionssteifigkeitsmatrix D aufgestellt. Diese Matrix verknüpft die Verdrillung des Querschnitts sowie die mittleren Schubverzerrungen mit dem primären Torsionsmoment und den Querkräften:

Schubflächen im lokalen Koordinatensystem y, z

Aus den Diagonaleinträgen D22 und D33 der Steifigkeitsmatrix D ergeben sich die Schubflächen im lokalen Koordinatensystem: 

Schubflächen im Hauptachsensystem u, v

In den Hauptachsen u, v transformiert sich der Querschubanteil der Steifigkeitsmatrix über die folgende Beziehung: 

Die Rotationsmatrix S ist dabei über die Hauptachsenneigung α definiert:

Aus den Diagonalelementen As,11 und As,22 der transformierten Matrix As werden schließlich die Schubflächen im Hauptachsensystem berechnet:

Lage des Schubmittelpunkts

Der Schubmittelpunkt ist der Punkt in der Querschnittsebene, durch den die Wirkungslinie einer Querkraft verlaufen muss, damit keine zusätzliche Verdrehung des Stabes entsteht. Umgekehrt führt ein reines Torsionsmoment, das am Schubmittelpunkt angreift, zu einer Verdrillung ohne zusätzliche Querkraftbiegung. Bezogen auf den Schubmittelpunkt ist das aus den Schubspannungen infolge Querkraft resultierende Moment gleich null. 
Wird die im vorherigen Abschnitt hergeleitete Schub-Torsions-Steifigkeitsmatrix D auf den Schubmittelpunkt bezogen, entfallen aufgrund dieser mechanischen Entkopplung die entsprechenden Kopplungsglieder zwischen Querkraft und Torsion: 

D12=D21=0 und D13=D31=0

Schubmittelpunktkoordinaten im lokalen Koordinatensystem y, z

Die Koordinaten des Schubmittelpunkts ySC und zSC werden so bestimmt, dass diese Bedingung erfüllt ist. Die berechneten Koordinaten beziehen sich dabei auf den elastischen Schwerpunkt des Querschnitts.

Schubmittelpunktkoordinaten im Hauptachsensystem u, v

Die Transformation der ermittelten Koordinaten vom lokalen y,z-System in das Hauptachsensystem u, v erfolgt geometrisch über die Hauptachsenneigung α mithilfe der folgenden Transformationsgleichungen:

Die berechneten Koordinaten beziehen sich dabei auf den elastischen Schwerpunkt des Querschnitts.

Torsionsträgheitsmoment

Das Torsionsträgheitsmoment It beschreibt den geometrischen Widerstand des Querschnitts gegen eine reine Verdrillung (Torsion). Das Torsionsträgheitsmoment wird aus der FE-Lösung des Saint-Venant-Torsionsproblems ermittelt. Die Berechnung des Torsionsträgheitsmoments erfolgt unter Berücksichtigung der Querschnittsdeplanation (Wölbung) über die folgende Integralbeziehung: 

Torsionswiderstandmoment

Das Torsionswiderstandsmoment berechnet sich aus dem Quotienten des primären Einheits-Torsionsmoments Mxp=1 und der maximalen resultierenden Torsionsschubspannung infolge freier Torsion:

Für die Berechnung wird das Maximum der ungeglätteten Spannungswerte an den Knoten der finiten Elemente verwendet. In der grafischen Ergebnisdarstellung werden die Spannungen standardmäßig geglättet, indem die Werte benachbarter Elemente an gemeinsamen Knoten gemittelt werden. Dadurch können lokale Spannungsspitzen reduziert werden.

Die maximale Spannung aus der grafischen Ergebnisdarstellung kann daher von der für die Berechnung von Wt maßgebenden Spannung abweichen. Eine Rückrechnung anhand des dargestellten Spannungsmaximums muss somit nicht den ausgegebenen Wert für Wt ergeben.

Wölbwiderstand bezogen auf den Schubmittelpunkt

Der Wölbwiderstand beschreibt den Widerstand des Querschnitts gegen Wölbverformungen.
Der Querschnittskennwert berechnet sich über das folgende Integral der quadrierten, materialgewichteten Deplanationsfunktion ω bezogen auf den Schubmittelpunkt:

Wölbträgheitsradius bezogen auf den Schubmittelpunkt

Der Wölbträgheitsradius errechnet sich aus dem Wölbwiderstand und dem polaren
Flächenträgheitsmoment. Er ist auf den Schubmittelpunkt bezogen.

Wölbwiderstandsmoment bezogen auf den Schubmittelpunkt

Das Wölbwiderstandsmoment berechnet sich als Quotient aus dem auf den Schubmittelpunkt bezogenen Wölbwiderstand und dem Maximalwert der zugehörigen Wölbordinate.

Querschnitts-Asymmetrieparameter

Der Querschnitts-Asymmetrieparameter berücksichtigt den Einfluss einer einfachsymmetrischen bzw. unsymmetrischen Querschnittsgeometrie auf das elastische kritische Biegedrillknickmoment und damit auf das Biegedrillknickverhalten.

Querschnitts-Asymmetrieparameter bezogen auf den elastischen Schwerpunkt

Querschnitts-Asymmetrieparameter bezogen auf den Schubmittelpunkt

Hilfswert für Wölbverdrehung bezogen auf den Schubmittelpunkt

Der Hilfswert für die Wölbverdrehung ist eine Hilfsgröße zur Beschreibung der Wölbverteilung eines Querschnitts bezogen auf den Schubmittelpunkt.

Plastische Widerstandsmomente

Bei der Ermittlung der plastischen Widerstandsmomente werden die auf die plastische Nulllinie bezogenen Beträge der statischen Momente der Zug- und Druckzone addiert.

Plastischer Formbeiwert

Der plastische Formbeiwert beschreibt die plastische Querschnittsreserve gegenüber den elastischen Grenztragfähigkeiten.

Lage der plastischen Nulllinie

Die Lage der plastischen Nulllinie wird durch das axiale Kräftegleichgewicht bestimmt. Im theoretisch vollplastischen Zustand müssen die resultierenden Zug- und Druckkräfte betragsmäßig gleich groß sein. Sie ergeben sich aus der Integration der jeweiligen Streckgrenzen über die zugehörigen Querschnittsflächen.

Lage der plastischen Nulllinie im lokalen Koordinatensystem y, z

Die Koordinaten ypl und zpl beschreiben die Lage der plastischen Nulllinien relativ zum elastischen Schwerpunkt des Querschnitts im lokalen Koordinatensystem y, z .
Die Koordinate ypl gibt die Lage der plastischen Nulllinie an, die parallel zur lokalen z-Achse verläuft. Die Koordinate zpl gibt die Lage der plastischen Nulllinie an, die parallel zur lokalen y-Achse verläuft.

Lage der plastischen Nulllinie im Hauptachsensystem u, v

Die Koordinaten upl und vpl beschreiben die Lage der plastischen Nulllinien relativ zum elastischen Schwerpunkt des Querschnitts im Hauptachsensystem u, v. Die plastische Nulllinie parallel zur Hauptachse v verläuft durch die Koordinate upl. Die plastische Nulllinie parallel zur Hauptachse u verläuft durch die Koordinate vpl.

Gewicht

Das Gewicht beschreibt das Gewicht des Querschnitts pro Längeneinheit. Es ergibt sich aus der Integration des spezifischen Gewichts über die Querschnittsfläche:

Lage des Massenschwerpunkts

Die Koordinaten des Massenschwerpunkts werden relativ zum elastischen Schwerpunkt des Querschnitts angegeben. Sie ergeben sich aus den mit der jeweiligen Materialdichte gewichteten statischen Momenten, geteilt durch die gesamte Masse pro Längeneinheit:

Oberfläche pro Längeneinheit

Die Oberfläche pro Längeneinheit beschreibt den äußeren Querschnittsumfang, der einer direkten thermischen Einwirkung von außen ausgesetzt ist.

Volumen

Das Volumen beschreibt den Rauminhalt des Querschnitts bezogen auf eine Längeneinheit. Für eine Längeneinheit entspricht es dem Flächeninhalt der geometrischen Querschnittsfläche Ageom.

Profilfaktor

Der Profilfaktor beschreibt das Verhältnis der dem Feuer ausgesetzten Bauteiloberfläche zum Bauteilvolumen pro Längeneinheit. Die Berechnung erfolgt über den Quotienten aus der Oberfläche pro Längeneinheit und dem Volumen: Am / V.

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