Um die besten Ergebnisse aus unserer numerischen Simulation zu erzielen, ist es sinnvoll, vor dem Start der Berechnung einige wichtige Punkte zu prüfen. Diese werden in den folgenden Unterabschnitten erläutert.
Erkennung von überlappenden Dreiecken
Das ursprüngliche Modell kann "doppelte Dreiecke" enthalten, d. h. überlappende Dreiecke, die in derselben Ebene liegen; siehe image unten.
Die überlappenden Dreiecke können zu falschen Ergebnissen führen, da der resultierende Druck auf alle diese Dreiecke extrapoliert werden kann und die auf das Modell wirkende gesamte Widerstandskraft durch diesen Druck erhöht werden kann. Die Prüfung auf überlappende Dreiecke wird nach dem Modellimport automatisch aktiviert (siehe Kapitel Modelle importieren) oder sie kann manuell über das Menü gestartet werden; siehe Bild unten.
Wenn Sie auf Modellprüfung klicken, öffnet sich ein neues Fenster, in dem Sie das Ergebnis sowie Informationen über die Anzahl der überlappenden Dreiecke und deren Fläche finden.
Die Modelldaten der überlappenden Dreiecke können in eine Datei exportiert und anschließend in ParaView angezeigt und untersucht werden.
Windkanal
Die Umgrenzung des Windkanals wird als Box um das Modell in dessen Mittelpunkt dargestellt. Sie können die Windrichtung prüfen, die durch einen großen roten Pfeil symbolisiert wird. Im "Projekt-Navigator" stehen mehrere Optionen zur Verfügung, um bestimmte für den Windkanal relevante Elemente anzuzeigen (siehe Bild Projekt-Navigator). Das Geländeniveau ergibt sich aus dem im Bereich "Modellparameter" des Fensters "Allgemeine Daten" definierten Wert.
Falls erforderlich, können Sie die Größe und Position des Windkanals grafisch oder im Dialogfeld "Windkanal" anpassen (siehe Kapitel Windkanal). Stellen Sie sicher, dass auf allen Seiten des Modells genügend Raum vorhanden ist, damit die Luft ungehindert strömen kann.
Öffnungen
Wenn Sie Öffnungen oder Lücken in RFEM 6 oder RSTAB 9 mithilfe der Shrink Wrapping-Typen geschlossen haben, können Sie prüfen, ob sie im RWIND 3-Modell ausreichend geschlossen sind. Falls erforderlich, können Sie die Einstellungen im Dialogfeld Modell bearbeiten von RWIND 3 ändern.
Ursprüngliches Modell
Das ursprüngliche Modell ist ein in RFEM 6/RSTAB 9 erstelltes Modell, das aus einer externen Datei importiert oder im Modell-Editor in RWIND 3 erstellt wurde. Die Außenfläche des Modells (Außenschale) ist der wichtigste Teil für die externe Aerodynamik. Vor der Berechnung wird die Außenfläche des Modells in Dreiecke unterteilt. Die Triangulierung der Modelloberfläche ist die Grundlage für die Erstellung des vereinfachten Modells mit einem Shrink-Wrapping-Netz; das vereinfachte Modell ist die Grundlage für die Erzeugung des Finite-Volumen-Netzes im Raum um das Modell herum. Die numerische Berechnung wird in diesem Finite-Volumen-Netz durchgeführt. Obwohl einer der großen Vorteile von RWIND 3 die Möglichkeit ist, ein vereinfachtes Modell (Shrink-Wrapping) zu verwenden, wodurch die meisten potenziellen Probleme beseitigt werden, sollte dennoch jeder numerischen Berechnung mindestens eine kurze Prüfung der Geometrie des ursprünglichen Modells vorausgehen.
Vor dem Start der Simulation sollten wir die Geometrie des ursprünglichen Modells prüfen, um sicherzustellen, dass sie für unseren Zweck nicht zu komplex ist und keine unnötigen Teile des Modells enthält (zum Beispiel innere Flächen, Trennwände usw.), die für unsere numerische Simulation (externe Aerodynamik) nicht wichtig sind. Innere Flächen in einem geschlossenen Modell (geschlossenes Volumen) erhöhen den Rechenaufwand sowohl hinsichtlich der Daten als auch der Zeit und können zu Ungenauigkeiten führen. Je komplexer die Geometrie ist, desto mehr Zeit sollte für die Prüfung des ursprünglichen Modellnetzes und des erzeugten Finite-Volumen-Netzes aufgewendet werden. Zu diesem Zweck wird das Werkzeug Mesh Inspector verwendet.
Vereinfachtes Modell
RWIND 3 verfügt über ein "Vereinfachtes Modell", das aus dem ursprünglichen RFEM 6 / RSTAB 9-Modell erstellt wird. Es stellt ein spezielles Netz zur Definition der Modellgrenze dar (siehe Kapitel Berechnungsnetz und Modellvereinfachung für weitere Informationen).
Sie können das vereinfachte Modell wie folgt anzeigen:
- Wählen Sie die Option "Vereinfachtes Modell anzeigen" im Bedienfeld.
- Wählen Sie in der "Ansichtsnavigation" für die Modellanzeige die Option "Vereinfacht".
Der Grad der Vereinfachung wird durch den im Dialogfeld "Modell bearbeiten" angegebenen "Detaillierungsgrad" gesteuert. Das Kapitel "Allgemeines" enthält ein Beispiel, das die Auswirkungen dieses Werts auf den auf das Modell angewendeten "Shrink-Wrapping"-Prozess zeigt. Wenn die Begrenzungen nicht korrekt dargestellt werden, können Sie den Detaillierungsgrad anpassen. Wenn Sie im Dialogfeld
des
Modell bearbeiten
auf klicken, können Sie die Änderungen sofort überprüfen und das neue vereinfachte Modell anzeigen. Beachten Sie, dass ein sehr detailliertes Modell entsprechend mehr Rechenzeit erfordert.