Die normspezifischen Parameter sind im Dialog 'Gebrauchstauglichkeitskonfiguration bearbeiten' organisiert. Dort werden die Einstellungen für Stäbe und Flächen gemeinsam verwaltet.
Die 'Bemessungsparameter' sind in mehrere Kategorien gegliedert, in denen Sie die Anpassungen vornehmen können.
Durchbiegungsnachweis
Ist das Kontrollfeld 'Begrenzung der Durchbiegung' angehakt, so überprüft das Programm die Bauteile im Hinblick auf zulässige Grenzwerte und gibt ein entsprechendes Nachweiskriterium aus. Dabei spielen die Lagerungsbedingungen der Bauteile entscheidende Rolle.
In der Kategorie 'Grenzwerte der zulässigen Durchbiegung' ist der Grenzwert für die Bemessung mit L/240 für eine 'Beidseitige Lagerung' und mit Lc/240 für eine 'Einseitige Lagerung' voreingestellt.
Wenn Sie das Kontrollfeld 'Beanspruchbarkeit des Betons zwischen den Rissen berücksichtigen (Tension Stiffening)' anhaken, wird beim Durchbiegungsnachweis die versteifende Mitwirkung des Betons auf Zug zwischen den Rissen berücksichtigt. Dieser Effekt wird auch als "Tension Stiffening" bezeichnet: Bei gerissenen Stahlbetonteilen werden die Zugkräfte im Riss zwar allein durch die Bewehrung aufgenommen, aber zwischen zwei Rissen werden Zugspannungen über den (verschieblichen) Verbund in den Beton eingeleitet. Somit beteiligt sich der Beton an der Aufnahme innerer Zugkräfte, was zu einer Erhöhung der Steifigkeit des Bauteils führt.
Bei der analytischen Verformungsberechnung wird die Schädigung des Betonquerschnitts im gerissenen Zustand über den Verteilungsbeiwert ζ berücksichtigt. Dieser Beiwert wird automatisch aus der Belastungssituation element- oder x-stellenweise ermittelt. Wenn Sie das Kontrollfeld 'Mindestwert des Verteilungsfaktors berücksichtigen' anhaken, können Sie einen Mindestwert für ζ vorgeben, beispielsweise um bei Stellen mit Momentennulldurchgängen eine "Mindestschädigung" anzusetzen, die sich aus der definierten Last so nicht ergeben würde.
Durch Aktivieren des Kontrollfelds „Berechnung der zeitabhängigen Durchbiegungen“ werden die zeitabhängigen Betoneffekte (Kriechen und Schwinden) in die Verformungsberechnung einbezogen. Dabei können die zeitabhängigen Betoneffekte entweder mittels eines zeitabhängigen Faktors gemäß Tabelle 24.2.4.1.3 (ACI 318-19) oder anhand zeitabhängiger Materialeigenschaften (Kriechen und Schwinden) gemäß ACI 435 berücksichtigt werden.
Zeitabhängiger Faktor gem. Tabelle 24.2.4.1.3
Der zeitabhängige Faktor ξ wird in Abhängigkeit von der Belastungsdauer t bestimmt. Gemäß ACI 318-19, Tabelle 24.2.4.1.3, erfolgt für Belastungsdauern zwischen 12 und 60 Monaten eine lineare Interpolation:
- ξ = 1,4 für t = 12
- 𝜉 = 2,0 für t = 60 Monate
Die Belastungsdauer ist in der Gebrauchstauglichkeitskonfiguration einzugeben.
Der Langzeitfaktor λΔ zur Berücksichtigung von Kriechen und Schwinden ergibt sich gemäß ACI 318-19 zu:
\( \lambda_\Delta = 1 + \dfrac{\xi}{1 + 50 \cdot \rho'} \)
Die Enddurchbiegung an der betrachteten Stelle ergibt sich durch Multiplikation der sofortigen Durchbiegung mit dem Langzeitfaktor:
\( u_z = u_{z,\mathrm{ges}} \cdot \lambda_\Delta \)