Sie können die Ergebnisse für Volumen grafisch über die Navigator-Kategorie Volumenkörper anzeigen. Die numerischen Volumenergebnisse finden Sie in der Tabellen-Kategorie Ergebnisse volumenweise.
Verformungen
Das Bild Ergebnisse volumenweise in Tabelle zeigt die Tabelle mit den Verformungen der Begrenzungsflächen. Die Verschiebungen und Verdrehungen werden in den Flächen-Rasterpunkten ausgegeben (siehe Kapitel Flächen ).
Die Verformungen bedeuten:
| |u| | Absolutwert der Gesamtverschiebung |
| uX | Verschiebung in Richtung der globalen X-Achse |
| uY | Verschiebung in Richtung der globalen Y-Achse |
| uZ | Verschiebung in Richtung der globalen Z-Achse |
| φX | Verdrehung um die globale X-Achse |
| φY | Verdrehung um die globale Y-Achse |
| φZ | Verdrehung um die globale Z-Achse |
Spannungen
Legen Sie im Navigator fest, welche Spannungen an den Begrenzungsflächen der Volumen angezeigt werden sollen. Die Tabelle listet die Spannungen dieser Flächen nach den Vorgaben auf, die im Ergebnistabellen-Manager festgelegt sind.
Die Volumenspannungen sind in folgende Kategorien unterteilt:
- Grundspannungen
- Hauptspannungen
- Vergleichsspannungen
- Spannungsinvarianten
Grundspannungen
Volumenspannungen lassen sich nicht wie Flächenspannungen mit einfachen Gleichungen beschreiben. Die Grundspannungen σx, σy und σz einschließlich der Schubspannungen τyz, τxz und τxy werden direkt vom Rechenkern ermittelt.
Wird ein Würfel mit den Kantenlängen dx, dy und dz aus einem mehrachsig beanspruchten Körper herausgeschnitten, so können die Spannungen in jeder Würfelfläche in Normal- und Schubspannungen zerlegt werden. Unter Vernachlässigung der Raumkraft und auch der Spannungsunterschiede an parallelen Flächen lässt sich im lokalen Koordinatensystem des Würfels der Spannungszustand durch neun Spannungskomponenten beschreiben.
Die Matrix des Spannungstensors lautet:
Hauptspannungen
Aus den Eigenwerten des Tensors ergeben sich die Hauptspannungen σ1, σ2 und σ3 wie folgt:
Die maximale Schubspannung τmax wird nach dem Mohrschen Spannungskreis bestimmt:
Vergleichsspannungen
Die Vergleichsspannungen σv nach von Mises lassen sich durch zwei gleichwertige Formeln bestimmen.
Für die Ermittlung der Vergleichsspannung σv nach Tresca werden die Differenzen aus den Hauptspannungen untersucht, um daraus den Maximalwert zu bestimmen.
Die Vergleichsspannung σv nach Rankine ermittelt sich aus den größten Absolutwerten der Hauptspannungen.
Zur Ermittlung der Vergleichsspannung σv nach Bach werden die Hauptspannungsdifferenzen unter Berücksichtigung der Querdehnzahl ν untersucht, um daraus den Maximalwert zu bestimmen.
Spannungsinvarianten
Spannungsinvarianten ermöglichen eine koordinatenunabhängige und somit objektive Beschreibung des Spannungszustands eines Materials. Als skalare Größen bleiben sie unter beliebigen Drehungen des Koordinatensystems unverändert und erfassen die physikalisch relevanten Eigenschaften dieser Zustände unabhängig von der gewählten Tensorrepräsentation. Ihre besondere Bedeutung liegt darin, dass viele mechanische Phänomene – insbesondere plastisches Fließen, Versagen und Bruch – nicht von einzelnen Spannungskomponenten, sondern von invarianten Maßzahlen abhängen. Damit bilden Spannungsinvarianten die Grundlage zahlreicher etablierter Fließ- und Versagenskriterien, wie etwa der von Mises-, der Tresca- oder der Drucker-Prager-Theorie.
Die mittlere Spannung p ist mit der ersten Spannungsinvariante I1 verknüpft und beschreibt die hydrostatische Spannung. Sie ergibt sich aus dem arithmetischen Mittel der drei Hauptspannungen und bildet den Abstand des Spannungspunkts vom Koordinatenursprung auf der Raumdiagonalen ab.
Sie charakterisiert den mittleren Normalspannungszustand und ist maßgeblich für Volumenänderungen verantwortlich. Physikalisch entspricht p einem gleichmäßigen Druck- bzw. Zugzustand, der keine Formänderung, sondern ausschließlich Kompression oder Dilatation bewirkt. In vielen Materialien, insbesondere in der Boden- und Gesteinsmechanik sowie in druckempfindlichen Werkstoffen, beeinflusst p wesentlich das Festigkeits- und Verformungsverhalten.
Die deviatorische Spannung q ist mit der zweiten Invariante des Spannungsdeviators J2 verknüpft. Sie ermittelt sich wie folgt:
|
I1 |
Erste Spannungsinvariante |
|
I2 |
Zweite Spannungsinvariante |
|
J2 |
Zweite deviatorische Spannungsinvariante |
Sie beschreibt den Anteil des Spannungszustands, der für Formänderungen (Scherverzerrungen) verantwortlich ist, ohne das Volumen zu ändern. Der deviatorische Anteil treibt insbesondere plastisches Fließen und Versagen in duktilen Materialien an. Das von Mises-Fließkriterium basiert direkt auf J2 bzw. q und verdeutlicht, dass plastische Deformation primär durch deviatorische Spannungen kontrolliert wird.
Der Lode-Winkel θ gibt die Lage des Spannungspunktes in der Deviatorebene an. Die Deviatorebene wird in sechs Sektoren aufgeteilt, sodass −30° ≤ θ ≤ 30° gilt. Der Winkel wird wie folgt bestimmt:
|
J2 |
Zweite deviatorische Spannungsinvariante: 1/6 [(σ1 – σ2)2 + (σ2 – σ3)2 + (σ3 – σ1)2] |
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J3 |
Dritte deviatorische Spannungsinvariante: 1/27 (2σ1 – σ2 – σ3) (2σ2 – σ3 – σ1) (2σ3 – σ1 – σ2) |
Eine reine Schubbeanspruchung ergibt sich für θ = 0, während für θ = 30° der Spannungszustand σ1 > σ2 = σ3 entsteht, der einem triaxialen Kompressionsversuch entspricht. Aus θ = −30° resultiert der Spannungszustand eines triaxialen Zugversuchs mit σ1 < σ2 = σ3.
Verzerrungen
Legen Sie im Navigator fest, welche Verzerrungen an den Begrenzungsflächen der Volumen angezeigt werden sollen. Die Tabelle listet die Dehnungen dieser Flächen nach den Vorgaben auf, die im Ergebnistabellen-Manager festgelegt sind.
Die Volumenverzerrungen sind in folgende Kategorien unterteilt:
- Grundgesamtdehnungen
- Hauptgesamtdehnungen
- Vergleichsgesamtdehnungen
- Dehnungsinvarianten
Grundgesamtdehnungen
Die Grundgesamtdehnungen einschließlich der Schubverzerrungen werden direkt vom Rechenkern ermittelt. Für den räumlichen Verzerrungszustand lautet die allgemeine Definition des Tensors:
Die Elemente des Tensors sind wie folgt definiert:
Hauptgesamtdehnungen
Aus den Grunddehnungen werden die Hauptgesamtdehnungen ε1, ε2 und ε3 ermittelt.
Vergleichsgesamtdehnungen
Die Vergleichsgesamtdehnungen εv werden wie folgt nach vier verschiedenen Spannungshypothesen ermittelt.
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R |
Matrix (siehe unten) |
|
R |
Matrix (siehe unten) |
Dehnungsinvarianten
Dehnungsinvarianten sind Kennwerte des Dehnungstensors, die unabhängig von der Orientierung des Koordinatensystems bleiben. Sie ermöglichen eine klare Trennung zwischen Volumenänderung und Formänderung eines Materials. Die Unterscheidung ist zentral für die Analyse von Materialverhalten, Festigkeitskriterien und Plastizitätsmodellen.
Die volumetrische Dehnungsinvariante εv entspricht dem isotropen Anteil der Gesamtdehnungen. Sie wird aus den Hauptdehnungen ermittelt:
Die deviatorische Dehnungen εq oder auch Scherdehnungen γs beschreiben die reine Formänderung ohne Volumenänderung. Sie ermitteln sich wie folgt: